Ordinarium

  Sakramentale Handlungen

  Liturgie

  Quadragesimä

  Osterzeit

  Osterkreis


Mit diesem österlichen Ordinarium (Gebets- und Leseordnung, nicht zu verwechseln mit den Tages- und Zeitzusätzen für die hl. Eucharistie, den sog. Proprien) veröffentlichen wir eine Zusammenfassung aller Wechselteile der liturgischen Dienste mit den Zusatzgebeten in einem Heft. Sinn und Zweck dieser Veröffentlichung ist, die private und häusliche Andacht mit dem Gebet der Kirche (officium divinum – Gottesdienst) zu verbinden, damit sowohl der Gottesdienstbesuch als auch unser Alltag das kirchliche oder gemeinschaftliche Merkmal behält. Viele von uns haben bislang in verschiedenen Zusätzen zwar dasselbe gemacht – diese Veröffentlichung ist folglich keine neue Sache. Wir hoffen, damit eine Hilfestellung zu bieten, und wünschen einen segensreichen Gebrauch.

Die Links:

Osterordinarium             HEFT

                                           KLEINHEFT

  Hausandacht


Es gibt eine recht ansehnliche Anzahl der Andachtsbücher, welche auch unter uns bekannt oder im Gebrauch sind. Trotzdem haben wir uns entschlossen, einen Rahmen für die göttliche Lesung aus der Liturgie der Kirche zusammenzustellen. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Ersatz für die vorhandenen liturgischen Formulare. Der Hauptzweck ist es, beides zu verbinden, den Kirchlichen Gottesdienst und die private Andacht.

Die Links

Häusliche oder private Andacht-Heft

Häusliche oder private Andacht

Bittenblatt

  Lectio divina


Göttliche Lesung
   ur

Mit dem Begriff der göttlichen Lesung ist eine besondere Art des Umgangs mit den Schriftabschnitten (Perikopen) der Heiligen Schrift verbunden. Man liest hierbei die Bibel nicht, um sich zu informieren – vielmehr ist es eine Begegnung von Geist mit Geist. Somit wird der biblische Text mit Anbetung Gottes ehrfürchtig gelesen, als sei es ein Gebet für sich, als Zwiesprache eines Menschen mit Gott.

Im zweiten Schritt sinnen wir dem Gotteswort nach; die ersten Gedanken werden vom göttlichen Geiste geweckt, um uns zu ermöglichen, »in seinem Lichte das Licht zu sehen« (ein Psalmwort aus Ps. 36, 10). Gott selbst ist das Licht, welches uns ermöglicht, in einer heiligen Schau ihn zu betrachten, der von sich sagte – »Ich bin das Licht der Welt«. Derselbe, unser HErr Jesus verkündete in seiner Bergpredigt, daß ebenso wir als Licht der Welt verstanden werden sollen. Auf dieser Grundlage ergibt sich selbst das hochheilige Ereignis – das Prophetenwort.

Dieses heilige Ereignis der göttlichen Lesung vertiefen wir sodann im Gebet, vor allem im vierfachen Gebet, in den Bitten und Gebeten, in der Fürbitte und Danksagung. Wir vermeiden es, anders auf das Schriftwort zu reagieren, z. B. im Gespräch oder mit einer Predigt, was durchaus angebracht und richtig wäre. Jedoch nicht hier. Um eine Frucht des Geistes zu bringen, braucht es Anbetung, in welcher dem Geist Gottes geistlich begegnet werden kann.

Erst nach der Anbetung betrachten wir, was uns in der gegenwärtigen Stunde prägte. Im Kirchendienst geschieht eine solche Betrachtung öffentlich durch die Diener Gottes und der Kirche, um diese Prägung zu vertiefen.

Aus diesem geistlichen Eindruck begeben wir uns in das Tagesgeschehen, zu Werk und Arbeit, oder an Ruhetagen zur Erholung. Doch stets will uns die Gottesbegegnung anspornen, die heiligen Worte der Lesung umzusetzen (actio). Diese Umsetzung verbindet den Morgen mit dem Abend, wo aus einem Werk ein heiliges Zeugnis entsteht, welches liturgisch in der Betrachtung des Abenddienstes zum Ausdruck kommt.

Einige Christen sehen in diesem Brauch eine Jahrtausende lange Tradition, welche den Namen – Lectio Divina (Göttliche Lesung) trägt. Zusätzlich nennen wir diese Art der göttlichen Vorlesung – das geistliche Speisopfer.

 

  Lauda Sion Salvatorem


Lobe, Sion, Deinen Heiland
   ra

Unserem guten Hirten zu Ehren singen wir ab dem 2. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag des guten Hirten, eine Woche lang den altehrwürdigen Hymnus Lauda Sion Salvatorem. Der traditionellen gregorianischen Singweise folgend und auf 10 Strophen gekürzt bringt diese ursprüngliche Frohnleichnahmssequenz (Folgelied des Epistellieds) des Thomas von Aquin aus dem Jahre 1263 zum Ausdruck, daß uns der gute Hirt mit der heiligsten Speise nährt und pflegt – mit seinem Fleisch und Blut.

Die Links

Lauda Sion – Blatt                                                Lauda Sion

 

  Erntereif

  Großer Lobpreis


Reif für die große Ernte
   ur

Ein zentrales Anliegen der Verkündigung der Kirche ist die Hoffnung auf die Einsammlung der Christgläubigen aus allen Sprachen und Völkern, auf eine Tat Gottes, welche den Glauben der Gläubigen mit der Erfüllung der Verheißungen Christi krönt – mit dem ewigen Leben. Zum Selbstverständnis dieser Einsammlung gehört eine ungenaue Vorstellung – eine Einsammlung aufgrund des Glaubens. Der HErr Jesus spricht im Begriff der großen Ernte keineswegs von den Glaubensfrüchten – Der Samen ist das Wort Gottes. »Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.« (Lk. 8, 15)

Die Haushaltung des Hoffens und des Glaubens wird einmal in die Haushaltung des Schauens gelangen, eben dann, wenn Jesus die retten wird, die seiner harrten (Hebr. 9, 28). Das werden solche sein, die dem „guten Boden“ gleich den Samen des Wortes aufnehmen, es in sich bergen, indem sie dem Sohn Gottes, der das Wort und die Wahrheit ist, vertrauen. Die angesprochene Güte ist die Eigenschaft Gottes des Vaters, der allein Gut ist (Mt. 19, 17). Ihm entsprechen wir wie dem guten Boden, wenn unsere Vollkommenheit unserem himmlischen Vater gleicht  (Mt. 5, 48). Die Aufnahme des Samens des göttlichen Wortes guten und aufrichtigen Herzens verbindet uns auch mit dem Vater der Lichter, dem Gott, dem Allherrscher, dessen Licht in Christo und in Christgläubigen das Dunkel dieser Welt vertreibt, indem es nicht steinern, sondern mitfühlend am Menschenheil festhält. Nicht die Lehren und Ansichten, auch nicht unsere Bekenntnisse vermögen es, uns erntereif zu machen, da das Fleisch die Himmel nicht erben kann (1. Kor. 15, 50), sondern allein die Frucht des Geistes.

»Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.« (Joh. 5, 44) Das wesentliche Merkmal dieser Anbetung ist das Festhalten am Gebet (Apg. 2, 42), oder am Geist des Gebets (Sach. 12, 10), in welchem das Wort Gottes aus den Heiligen Schriften in unsere Herzen gelangt. Was daraus wächst, ist die Frucht jenes Weizens, aus dessen Tod die Erlösung stammt, wie das Weizenkorn im Boden, welches die 100fältige Frucht trägt. Mit Ihm sterben auch wir tagtäglich, indem wir uns durch ihn Gott, unserem Himmlischen Vater vollkommen hingeben, indem wir uns bewußt mit Jesus vereinen, wie uns Gott in der heiligen Taufe mit ihm im Tode und der Auferstehung einte, so daß wir mit Christo in einem neuen Leben den Lobpreis darbringen. Es ist die Geistesfrucht unserer Geister, die zur Frucht der Lippen wird - Durch ihn also laßt uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, nämlich die Frucht der Lippen, die seinen Namen preisen. (Hebr.13, 15)

Mit einem aufrichtigen Herzen lernen wir und setzen das um, was uns der Geist gibt, und nur die Ausdauer in dieser heiligen Übung, welche eigentlich unserem physischen Leben gleicht (Off. 12, 11), trägt uns hinein in das Ereignis unserer Erntefähigkeit.

 


Lobpreis
zur Verherrlichung seines Namens
   Liturgie

In der aktiven alltäglichen Anbetung bringen wir Gott den Weihrauch der Gebete dar, welche im liturgischen Dienst der Presbyter, in den Schalen aufgefangen, vor seinem göttlichen Thron mit Gottesverehrung dargereicht werden. Das Volk, welches das Lied Moses und des Lammes sang, bietet sich mit Gebet und Dienst seinem himmlischen Oberhirten zur Sammlung an, damit Jesus nach seiner Verheißung, und gemäß der Zusage der gesamten Botschaft der Heiligen Schrift, sein Werk der Erlösung vollendet. Deshalb gehört der gottgewollte Gebrauch der Kantika wesentlich zur Geschichte unseres Heils.

Um die häusliche Andacht besser zu fördern, geben wir die Ordnung derselben auch mit integrierten Kantika heraus, zur Ehre und zum großen Lobpreis unseres HErrn und Gottes.


Die Links

Häusliche oder private Andacht-Heft

Häusliche oder private Andacht-Kleinheft

Häusliche oder private Andacht


NB.

Singweise der Kantika der Tagzeit mit Melodien (Kirchentönen) aus dem Sonderheft:

Kantika - Heft

  Pfingstandacht


Für die Anbetungsdienste des hohen Pfingstfestes haben wir einen Auszug aus dem Osterordinarium vorbereitet, welchen wir hiermit gern zur Verfügung stellen.

Die Links

Pfingsttagsordinar - Blatt

Pfingsttagsordinar - Heft

Pfingsttagsordinar - Kleinheft

 

  Adventsordinarium

 

Seit dem Kirchenjahr 2011 werden die Ordinaria mit einer neuen Tageszählung veröffentlicht. Nachfolgend das Ordinarium für den Advent und die Weihnachtszeit

Die Links

Adventsordinar - Lesegerät

Adventsordinar - Heft

Adventsordinar - Kleinheft

Sakramentslicht Nadvoda

Rorate

Ihr Himmel,
taut den Gerechten,

ihr Wolken,
regnet ihn herab.

Tu dich auf, o Erde,
und laß den Heiland blüh’n hervor.

Liturgischer Gesang im Advent

  Adventsquatember


Zeichen des Heils
   ra

Kein kirchliches Fest ist so sehr in unserem öffentlichen Leben präsent wie Weihnachten und die Adventszeit. Auch tragen wir selbst in unserem Inneren viele Eindrücke an diese Zeit aus unserer Kindheit in uns, seien es Erinnerungen an Gerüche, Geschmäcker, an Lieder, Geschenke, Gesichter und vieles mehr. Gerade für Kinder ist diese Zeit des Wartens auf Weihnachten eine besondere und prägende Zeit. Diese Prägung begleitet uns ein Leben lang. Auch die intensive Vorbereitung auf das Fest der Geburt unseres Heilandes, die heilige liturgische Adventszeit und die besonderen Gnadentage der Adventsquatember wollen uns prägen und vorbereiten auf das hohe Fest der Weihnachten – auf das Fest der Geburt des Gottmenschen Jesus Christus, dem endgültigen und heiligsten Gnadengeschenk unseres himmlischen Vaters, in welchem er sich selbst der Menschheit schenkt, in dieser Hingabe die Menschheit rettet und in sich aufnimmt. Er ist das Zeichen des Heils von welchem Jesaja kündet: An jenem Tag wird es der Sproß aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen; die Völker suchen ihn auf; sein Wohnsitz ist prächtig. (Jes. 11, 10)

In der Betrachtung dieses Geheimnisses blickt die Kirche aber auch auf sich selbst, jedoch nicht in einer fruchtlosen Nabelschau, sondern vielmehr in der Erkenntnis ihrer eigenen Verheißung – selbst Zeichen des Heils zu sein. Denn weiter kündet der Prophet Jesaja: An jenem Tag wird der Herr seine Hand von neuem erheben, um den übriggebliebenen Rest seines Volkes zurückzugewinnen, von Assur und Ägypten, von Patros und Kusch, von Elam, Schinar und Hamat und von den Inseln des Meeres. Er stellt für die Völker ein Zeichen auf, um die Versprengten Israels wieder zu sammeln, um die Zerstreuten Judas zusammenzuführen von den vier Enden der Erde. (Jes. 11, 11-12)

1. Die liturgischen Formulare:

Quatember     Heft    Kleinheft

2. Material für die Vorbereitung:

Orgelpartitur

3. Gesänge zum Einüben:
   (mp3)

Psalmlob       Hymnus

 

  Ordinarium für den Pfingstkreis


Die Zeit des Betens
   ur

Die Zeit des Kirchenjahres im Pfingstkreis hat zwei Perioden, jene der Stille und des Gebets und die andere, festliche Herbstzeit, anfangend mit dem Quatember bis hin zum abschließenden Fest Allerheiligen. Für die Andacht im Sommer veröffentlichen wir den ersten Teil des Ordinariums des Pfingstkreises, nämlich die Ordnung der Gebete für die ersten 100 Tage.

Die Links

PfingstordinarLESE            PfingstordinarHEFT        PfingstordinarKLEINHEFT

 

  Ordinarium für die Festzeit im Pfingstkreis


Die Zeit des Feierns
   ur

Nach Pfingsten betreten wir nun die vollendungsfestliche Zeit des Kirchenjahrs, in welcher unsere Herzen und Geister in die Betrachtung der letzten Dinge geführt werden. Die Faszination unseres christlichen Glaubens, nämlich die Erwartung der Erfüllung der Sehnsucht, die gottselige Gottesschau zu erfahren, kommt in mehrfacher Hinsicht zum Ausdruck: Nach dem Herbstquatember, der Gebetszeit für das heilige Amt, begegnen uns die prophetischen Tage des Posaunenblasens (Altarreinigung) und der Versöhnungen; die Gedächtnistage der Engel und Allerheiligen, welche vollends unsere urchristliche Sehnsucht ausdrücken: daß alle diese Gedenktage an jenem Tag vollendet werden, wenn jede Prophetie durch die Erfüllung, jeder Glaube durch das Schauen und jeder Gottesdienst durch die Gegenwart Gottes vollendet wird. Das bringen wir liturgisch am Tag unserer Freude über Gott zum Ausdruck. Wir schließen die Pfingstzeit mit dem Feudenfest ab, an welchem unter uns weder ein Gottesdienst, noch eine Hausandacht stattfinden soll, nur das gemeinsame Festmahl, wie wir es schlußendlich auch erwarten, wenn wir die sichtbare Gemeinschaft mit unserem lieben Gott, dem himmlischen Vater erleben werden.

Der festliche Teil der Zeit nach Pfingsten ist datumsmäßig nicht jedes Jahr gleich. Um allen Mitgläubigen das Beten in dieser Zeit zu erleichtern, geben wir den zweiten Teil des Pfingstordinariums in der Anpassung dieses Jahres heraus.

Die Links für das Kirchnjahr 2011
Pfingstzeit 2011 Heft    Pfingstzeit 2011 Kleinheft     Pfingstzeit 2011 LESE

 

  Weihnachtsnovene


Adventfeier
   ur

Im Advent begegnen uns Gebete und Gesänge der gesamten Christenheit, sowohl bei vor- als auch bei nachreformatorischen Gemeinschaften, die uns teilweise staunen lassen – wie der Regen, welcher nicht die Gerechten begießt, sondern den Gerechten herabströmt. Zwar ist es im Allgemeinen bekannt, dass der Advent jene gesegnete Zeit im Kirchenjahr ist, zu welcher der Vollendung unseres Glaubens gedacht wird; ebenso gilt derselbe als eine Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, an welchem der Fleischwerdung unseres HErrn bedacht wird.

Die tiefere Aussage über die Geburt Jesu ist, dass sich Gott in die menschliche Natur verhüllte und in Christo die Menschheit annahm. Dahinter verbirgt sich jedoch eine neue Genese – die Entstehung der vollendeten Generation. Denn unser fleischgewordener HErr ist wahrhaftig Gott und Mensch zugleich, der vollendete Adam, „adam eschaton“ – der letzte Adam | 1. Kor. 15: 44Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen. 45So steht es auch in der Schrift: Adam, der Erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der Letzte Adam wurde lebendigmachender Geist. 46Aber zuerst kommt nicht das Überirdische; zuerst kommt das Irdische, dann das Überirdische. 47Der Erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der Zweite Mensch stammt vom Himmel. 48Wie der von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der vom Himmel himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren. 49Wie wir nach dem Bild des Irdischen gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des Himmlischen gestaltet werden.

Der göttlichen Wesenheit (ousia) nach ist er eins im Geist der Heiligkeit mit der Gottheit unseres himmlischen Vaters, begabt von der Natur (physis) her mit dem göttlichen Ursprung, und zugleich ist er mit der Vollendung der Menschheit verbunden, was wir immer bekennen – Jesus Christus ist der wahre Gott und der wahrhaftige Mensch. Somit ist bereits in der Geburt des sterblichen Erlösers die Unsterblichkeit erschienen, nicht die Todesfurcht der Armut, sondern die Bereitschaft, durch alle menschliche Bedürfnis, Trübsal und Leid den Todeskampf anzunehmen, um durch den Tod hindurch, den Tod zu überwinden. Während die sterblichen Beherrscher der vergänglichen Reiche in den Palästen geboren werden, erschien Christus (christophania) in der armseligen Gestalt eines schutzbedürftigen Säuglings. Während die Mächtigen dieser Welt durch die Gewalt die Leibwache erfahren, bewahrte den neugeborenen Heiland lediglich die Flucht vor dem frühzeitigen Tod, damit derselbe alle Krankheit, Pein und Leid, – ja den Tod, die Sünde und die ganze Welt rechtzeitig besiege. Während an Henoch und Elija der Tod nicht gesehen wurde, so wurde derselbe dadurch für die Menschheit nicht überwunden – Christus ist hingegen durch seine Sterblichkeit und Menschlichkeit der Sieger der gesamten Menschheit.

Der Ruf nach der Wiederkunft Jesu und seiner Erscheinung in Herrlichkeit beinhaltet somit auch die Sehnsucht und die Erwartung zur Verherrlichung des neuen Menschengeschlechts – die Offenbarung der Gottessöhne. So erwartet die Mutter Kirche seit ihrem Anbeginn jenen HErrentag, an welchem der Leib Christi wieder auferstehen wird, gekleidet in ein neues Leben und Unsterblichkeit. „Ihr seid der Leib Christi“ – schrieb Paulus (1. Kor. 12, 27), jener Leib, der noch leidet und der Rettung bedarf, denn auch wir, „obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, daß wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.“ (Röm. 8, 23)

Der Tau der Himmel ist der Gerechte, den die Wolken herabregnen sollen, der Geist des Lebens, Jesus Christus, damit derselbe hervorblühe in der Auferstehung jener Entschlafenen, die seit der Grundlegung der Welt für die sichtbare Gemeinschaft mit Gott berufen sind. Wie das Weizenkorn durch den Tod die Ähren zur Ernte hervorbringt, so sollen wir die Gotteserkenntnis in der Verwandlung zur Unsterblichkeit hin erleben, um die mächtige leibliche Erscheinung Jesu zu begleiten – die Hochzeit der Vollendeten und die Vermählung der Unsterblichen, Er, unser HErr, mit uns, seiner Braut, damit wir als seine Familie am Tag seiner göttlichen Offenbarung vor aller Augen von Ihm bezeugt werden: „Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.“ (Mt. 12, 49)

In diesem Sinne sind die Gebete und altehrwürdigen Gesänge im Advent zu verstehen – damit wir am Weihnachtsfest die Gewissheit der österlichen Freude erfahren, und mit bestem Segenswunsch bezeugen –

Christus (der Messias) ist geboren!

(Lk. 2, 11)

Links für das Herunterladen

1. Die liturgischen Formulare:

Weihnachstnovene     Weihnachstnovenenheft     Weihnachstnovenenkleinheft

2. Material für die Vorbereitung und Einübung:

Adventfeier             Adventfeier Notenheft          Adventfeier Notenkleinheft

3. Gesänge zum Einüben aus dem Notenheft:
(Audio-Musteraufnahmen als mp3)

Novenenantifonen                      Novenenabschlußlied

 

  Ordinarium für die Zeit nach dem Fest der Beschneidung Jesu


Heil durch die Fleischwerdung Gottes
   ra

In Christus ist für uns Menschen die falsche Gottesvorstellung eines „höheren Wesens“, von „etwas Höherem, welches es da wohl schon gibt“, Gott sei Dank, ein für allemal überwunden. Denn durch die Fleischwerdung des ewigen Gottessohnes hat unser himmlische Vater erwirkt, dass wir nun in heiliger Gemeinschaft (Communio sanctorum) eine wahrhaftige Gottesbegegnung erleben dürfen, sei es im Nächsten welcher bedürftig ist, sei es im Amtsträger, der uns segnet, belehrt, ermahnt oder losspricht, sei es in den allerheiligsten Sakramenten unserer Mutter, der Kirche. Gott geht mit uns in dieser Zeit, in welcher wir allen schönen, aber auch widrigen Umständen des Lebens ausgesetzt sind, welche Jesus auch für uns durchlebt hat, bis hin zu Verrat, Folter und Tod, um durch seine Auferstehung das unsterbliche Leben für uns zu erringen und uns schon jetzt dadurch in seinem mystischen Leib vor den Thron Gottes zu erheben.

Von diesem Geheimnis künden im prophetischen Bild schon die vier Cherubim der Herrlichkeit, welche den Thronwagen Gottes begleiten – und das Menschenangesicht des einen Engels bezeugt die Verbindung der Herrlichkeit des Höchsten mit den Menschen. Es ist das Amt der Evangelisten, welche in ihren Gebeten all unsere Nöte und Bedürfnisse in Worte fassen und uns somit durch diese Zeit hindurch tragen und von demjenigen künden, der uns durch sein heiliges Blut, welches er zum ersten mal acht Tage nach seiner Geburt, am Tag seiner Beschneidung für uns vergossen hat, heiligt und erlöst.

Diese Zeit der Gedächtnis des „heiligen Fleisches“ unseres Erlösers endet mit dem Tag des Gedächnisses seiner Darstellung im Tempel und dem Tag der Reinigung seiner Mutter.

Glaubensbote

Die Links für die Formulare für das Kirchenjahr 2012:

 

Beschneidungsordinarium

Ordinarium als Heft

Ordinarium als Kleinheft

  Gebetsordnung Quadragesimä


Österliches Fasten   ur

Die Fastenzeit ist eine der ältesten biblischen Einrichtungen, in welcher sowohl das Alttestamentliche als auch das Neutestamentliche zu einem gemeinsamen Ausdruck kommt. Kennzeichnend für sie ist, dass sie einer Erwartung entspricht, die nach dem Ablauf dieser Zeit erfüllt werden möchte. Der HErr Jesus faßt sie zusammen, indem er das Beten und Fasten mit seiner Wiederkunft (Mt. 9, 15; Mk. 2, 20; Lk. 5, 35) in Zusammenhang stellt, ähnlich einer Braut, die von keinem Anderen, als von ihrem Bräutigam wissen soll. So wird die leibliche Übung zum Sinn der geistlichen Erwartung, und kündigt zugleich die Freude an, wenn sie in Erfüllung geht, wenn man nicht mehr fastet, sondern feiert. Allerdings sind wir zu diesem Fasten jederzeit aufgefordert, bis Christus wieder in Herrlichkeit erscheint.

Von einer Zeit des Betens und Fastens legt die Apostelgeschichte ein besonderes Zeugnis ab (Apg. 14, 23), – vom Weihefasten. Nicht nur jene, welche geweiht werden, sondern auch die Weihenden üben sich mit Fasten und Gebet, wenn sie dem Werk Gottes dienen. Für uns im heiligen Erstlingsamt ist dies die eigentliche Grundlage unseres Fastens. Zwar verstehen wir Quadragesimä als die österliche Bußzeit, die am Osterfest zum Abschluß kommt und wir danach noch 50 Tage im Gebet der Osterzeit beten, unsere guten Vorsätze einzuhalten, in der hl. Versiegelung wurden wir jedoch auf einen Platz im mystischen Leib Christi gestellt, wo wir für den HErrn und für die anderen leben, um die leibliche Weihefähigkeit der Auferstehung für viele Mitchristen zu erbeten. Selbst unser Meister und Lehrer gab uns Vorbild darin, als er vor seinem heiligen Werk fastete und betete, und sich der Versuchung aussetzte.

So wollen wir in Quadragesimä uns für unsere Aufgaben rüsten, unsere Mitchristen im gesamten HErrenleib der österlichen Vollendungsfähigkeit zu seiner Wiederkunft widmen, nach Bedarf uns selbst reinigen und unser Gebet mit Fasten bekräftigen.

Download:

Gebetsordnung Quadragesimä 2012

Lesegeräte                    Heft                       Kleinheft

Alljährliche Gebetsordnung für die Passionszeit

Einzelblätter                    Heft                       Kleinheft

 

  Darstellungsgesänge für die Tagesdienste


Trishagion
   ur

Insgesamt wird in der biblischen Botschaft der Dreieinige, sowohl aus dem Menschen- als auch aus dem Engelmund mit dem Dreimalheilig verehrt – gepriesen sei ER immerdar. Selbst zur Zeit Jesu wurde jeder jüdische und urchristliche Gottesdienst mit der Anrufung: „Gepriesen bist Du, großer, starker und furchtgebietender Gott (kursiv aus Neh. 9, 32)“ eröffnet. Dabei handelte es sich um eine Preisung (Benediktion), welche sowohl im gemeinsamen Gebetsdienst (vollständiges Bittgebet oder Amida) als auch im privaten Gebet (Kurzamida) ausgesprochen wurde.

Bereits in den ersten Jahrhunderten verband man die Worte des Taufauftrags Christi (Mt. 28, 14) mit der Anrufung des Dreieinigen bei jeder Versammlung – Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Allerdings wurde durch diese Anrufung jene alte Preisung der Bitteneröffnung nicht ersetzt, vielmehr eröffnete man die Gebete mit dem sog. „Kyrie-Ruf“, dessen Gestalt seit dem Nicänum bei allen Christen einheitlich war – „Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser!“, mit anschließendem „HErr, erbarme Dich!“ Wie das Dreimalheilig der Engel (Heilig! Heilig! Heilig! HErr Gott Sabaoth...) nannte man den dreifachen Kyrie-Ruf – Dreimalheilig (Trishagion), welches vor den Bitten dreimal vorgesprochen wurde. Daraus entstand der Brauch der heutigen Kyrie-Rufe sowohl in der hl. Eucharistie, als auch vor den Bitten der Tagesdienste.

Nichts desto trotz blieb das Trishagion aber auch als Psalmanhängsel in der Orthodoxie erhalten, wie auch wir und die meisten Christen, welche gemeinsam die Psalmen lesen oder singen, mit der kleinen Doxologie die einzelnen Psalmabschnitte abschließen. Auffälig ist dabei, daß die Orientalischen der Doxologie das Trishagion immer nachstellen. Ebenso verwenden sie dieses Trishagion, um neue Gottesdienstabschnitte zu eröffnen. Aufgrund der so breiten kirchlichen Anwendung des Trishagions verstehen auch wir unseren liturgischen Brauch, das Dreimalheilig auch zur Sakramentsdarstellung zu singen, sowohl in der Muttersprache, als auch in beiden biblischen Sprachen. So verbinden wir uns in der Anbetung Gottes mit Mitchristen aller Traditionen und Nationen und singen hingebungsvoll – Heilig! Heilig! Heilig!

Download:

Darstellungsgesänge                    Gesangheft                Gesangkleinheft

 

Zur Übung sind die musescore - Dateien im ZIP-Ordner enthalten.