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3. Sonntag Quadragesimä
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Quadragesimä 1
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Osterzeit
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Geistlich
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Judentum
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Gottessohnschaft
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Sohnschaft ur
Die biblische „Hyiothesía“ ist der Inbegriff der Heiligen Taufe. Einerseits verbirgt sich die leibliche Sohnschaft hinter diesem Begriff – Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft (Hyiothesía), die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen, sie haben die Väter, und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit. Amen. (Röm. 9, 4-5) Andererseits wird die adoptive Sohnschaft darunter verstanden – Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft (Hyiothesían) erlangen. Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater. Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott. (Gal. 4, 4-7)
Der tiefere Sinn der „Hyiothesía“ läßt sich jedoch erst anhand vom Ursprung der Söhne Israels nachvollziehen, unter welchen einige auch durch die Adoption das Recht der Sohnschaft erlangten – Da wurde Jakob zornig auf Rahel und sagte: Nehme ich etwa die Stelle Gottes ein, der dir die Leibesfrucht versagt? Sie antwortete: Da ist meine Magd Bilha. Geh zu ihr! Sie soll auf meine Knie gebären, dann komme auch ich durch sie zu Kindern. (Gen. 29, 2-3) Unsere „Hyiothesía“ in Christo bewirkt, daß Jakob auch unser geistlicher Vater ist. Jedoch ist unsere Taufsohnschaft noch wesentlicher: Gott haben wir als Vater - Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. (Joh. 1, 12-13)
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Oculi ur
Meine Augen schauen immerdar zum HErrn; Er ist es, der meinen Fuß befreit aus der Schlinge. (Ps. 25, 15)
Dem besonderen Aspekt der Taufgnade ist der 3. Sonntag Quadragesimä gewidmet – dem allgemeinen Priestertum. Im HErrentagsdienst wird vor dem HErrn gelesen – Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören. Das sind die Worte, die du den Israeliten mitteilen sollst. (Ex. 19, 5-6) Diese göttliche Verheißung bezeichnet ein Volk, welches den Namen unseres geistlichen Vaters Jakob trägt, „Israel“ (Gottesstreiter), nicht nur einen Stamm, den priesterlichen Stamm Levi, auch nicht nur einen Überrest Israels – die Juden. Vielmehr wird dem göttlichen Bund das ganze Volk in priesterlicher Heiligkeit einverleibt. Bereits zur Zeit Jesu gab es jedoch diese Volksgemeinschaft aller 12 Stämme nicht mehr. Etliche Teile davon hatten die Identität eines göttlichen Volkes verloren – sie wußten nicht mehr, wer ihr Gott ist und was Er für sie getan hat. Ein besonderes Merkmal ihres Unglaubens war, daß sie an die Auferstehung der Toten nicht mehr geglaubt hatten. Sie wurden durch viele Propheten zur Umkehr ermahnt, von der Zeit ihrer Trennung bis zur Predigt Jesu. An diesem Sonntag soll aber der Spruch berücksichtigt werden – Und zu Lo-Ammi (Nicht mein Volk) sage ich: Du bist mein Volk (Ammi)!, und er wird sagen: Mein Gott (Elochi)! (Hos. 2, 25c)
Von der heiligen Gestalt dieses Volkes legt die Nachmittagslesung besonderes Zeugnis ab – Das Gesetz enthält nur einen Schatten der künftigen Güter, nicht die Gestalt der Dinge selbst. – Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt. (Hebr. 10, 1a & 14) Ein heiliges Volk ist es, geheiligt durch ein einmaliges Opfer, und mit den Gütern der Vollendung ausgestattet. Wenn man folglich von einem geistlichen Israel spricht, redet man immer vom Bund des Heiligen Geistes. Der Bündnisgedanke liegt in der besonderen Eigenschaft der Fülle (pleroma) des Geistes, der einmal neunfach im Werk (Kor. 12), siebenfach in der Salbung (Jes. 11, 2) und zweifach in der Göttlichkeit ist. Da der Geist vor unserem Angesicht Christus der HErr ist (Kla. 4, 20), dessen Erscheinung zweifach bekannt wird – als wahrer Gott und wahrhaftiger Mensch, erleben wir die Wirklichkeit des Heiligen Geistes ebenso zweifach, als den Geist des Vaters und des Sohnes. Und wie Christus untrennbar der eine ist, ist auch der Heilige Geist der eine, der die göttliche Einheit ausmacht. Einer solchen Vergöttlichung werden auch die Geistbegabten zugeführt – zu einer Einheit mit Gott, so daß man daher von einem geistlichen Israel spricht. Diese Einheit wird im Nachmittagsdienst auch als sein heiliger Leib verkündigt – Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen. (Hebr. 10, 5)
Der Abenddienst untermauert bereits im ersten Satz der Vorlesung die bisherigen Tagesgedanken – Das bezeugt uns auch der Heilige Geist; denn zuerst sagt er: Das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit ihnen schließe - spricht der HErr: Ich lege meine Gesetze in ihr Herz und schreibe sie in ihr Inneres. (Hebr. 10, 15-16) Unsere Herzen werden zu seiner Wohnstatt im doppelten Sinn erbaut, als der Tempel der Heiligkeit in der Taufe, und als die Wohnung der Gnadenabsicht in der Versiegelung. So leitet uns die eucharistische Epistel zur Nachahmung Gottes an, in welcher Jesus mehr bewirkt, unsere Vollkommenheit.
Als ein heiliges priesterliches und königliches Geschlecht sollen wir einem geistlichen Bau gleichen, aus welchem der böse Geist vertrieben ist. Wie unter Moses Beistand nach dem Bericht im Morgendienst (Ex. 17, 8-16) die Gottesstreiter siegten, ist uns der Sieg geschenkt! Statt 7 unreinen Geistern Wohnstätte in unserem Innern zu bieten – wovor der HErr nach dem Zeugnis des Tagesevangeliums warnt (Lk. 11, 14-28) – sind wir siebenfach mit dem Heiligen Geist gesalbt. So soll unser Inneres einem vollen Haus gleichen, wo in unserer Christusähnlichkeit dem Bösen der Zugang verwehrt ist. Diese wahre Befreiung aus dem Netz des Jägers läßt uns gemeinschaftlich aufatmen, im Bewußtsein, das Volk zu sein, welches seine Augen zu seinem Befreier emporhebt und bekennt – mein Gott bist Du.
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Christusmysterium
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Geheimnis des Glaubens ur
Es ist nicht schwierig, Wahrheit zu bekennen – ebenso, sich dazu zu äußern. Wir neigen gerne dazu, die Inhalte der göttlichen Offenbarung, welche wir erlebt haben, als Glaubensgeheimnis zu verkündigen. Unser Unvermögen im Umgang mit diesem Geheimnis zeigt sich darin, daß wir uns selbst zum Maßstab der Erkenntnis machen – „Was ich erkannt habe, können auch die anderen erkennen, und was ich nicht erkannt habe, bleibt anderen verschlossen“. Solcher Umgang mit dem Geheimnis des Glaubens verkennt die Heiligkeit des Geheimnisvollen. Denn, wenn ich etwas nicht erkannt habe, bedeutet dies nicht zugleich, daß es anderen verschlossen sei. Die sieben Siegel des versiegelten Buches bezeugen, daß die Geheimnisse vor einer bestimmten Frist im göttlichen Ratschluß unerkannt bleiben. Zur gegebenen Fülle der Zeit werden sie gebrochen und das bisher Versiegelte kundgetan.
Der Glaube der Gläubigen gründet sich nicht im Zeugnis der Zeugen. Ein solcher Vorgang bezeugt lediglich die Wahrhaftigkeit einer Aussage in einem Gerichtsprozess, ferner die Wirksamkeit eines wissenschaftlichen Experiments, und in einer Aussage die Zuverlässigkeit des Inhalts. Einem Zeugnis schenken wir Vertrauen. Doch zu vertrauen bedeutet nicht gleichzeitig zu glauben.
Die Geheimniserfahrung ist ebenso keineswegs eine kluge oder weise Rede, deren Wortlaut uns bewogen hätte, zu glauben. Sie ist vielmehr ein Vorgang wie wenn die „Schuppen von den Augen“ fallen und das Unbekannte erblickt wird.
Das Geheimnis des Glaubens ist auch keine verborgene Weisheit, da es sich nach einem Wort des HErrn im „kindlichen Geist“ erfassen läßt. Es ist auch nicht einfach ein Aufschluß der göttlichen Absicht. Denn die Gabe der Amtsgnade läßt uns im Glauben wachsen, statt Muttermilch feste Speise begehren. So gleicht ein geistbegabter Mensch einem Propheten, der aus dem Geheimnis des Glaubens hervorgegangen ist.
Das Geheimnis des Glaubens, welches überzeugt, ist Jesus Christus. Das Christusmysterium verkündeten die Menschen nicht. Zwar kündigten dessen Offenbarung die Propheten und Gotteszeugen des alten Bundes an – ihre Ankündigung gleicht einem Zeugnis für den HErrn. Sie sprachen vor der Zeit der Offenbarung aus der Erfahrung Gottes in ihren Tagen und diese Martyria begründete die messianische Erwartung. Das Geheimnis verkündete Gott selbst und unmittelbar, als Er Jesus nannte – „mein geliebter Sohn“.
Gerade im Augenblick der Verkündigung dieses Geheimnisses läßt sich erfahren, wie wenig die Gottessohnschaft Jesu erkennbar war. Derjenige, der diese himmlische Botschaft bezeugte, ließ aus dem Gefängnis nachfragen – bist Du es? (Mt. 11, 2-6) Die Antwort Jesu war – Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.
Das Geheimnis des Glaubens begegnete uns auch am vorletzten HErrentag – vor den 3 Apostelsäulen wurde Jesus ins Licht gehüllt und vom Vater bezeugt. Und doch vermochte der erste der 3 Zeugen es nicht, vor dem Hahnenschrei zur Geheimnisoffenbarung zu stehen, und verleugnete den HErrn dreimal.
Das Geheimnis zu vernehmen ist folglich das eine, das andere – es zur Glaubensgrundlage anzunehmen. Dies geschieht nicht im Verstand, sondern „im Herzen“. Denn in dieser geistigen Stätte unseres Wesens geht der Morgenstern auf, der uns seiner Sohnschaft fähig macht, durch Ihn, Abba – Vater zu sagen. So wird das Geheimnis des Glaubens auch durch uns öffentlich verkündigt, bleibt aber so lange ein Geheimnis, bis der Morgenstern im Herzen aufgegangen ist. Aus dieser Erfahrung glauben wir: – Der bezeugten Gottheit nach hat Jesus Christus keine Mutter, da Er vor aller Zeit vom Vater gezeugt wurde; der Menschheit nach hat Jesus Christus keinen Vater, da Er durch den Heiligen Geist mütterlich von einer Jungfrau empfangen wurde.
Dieses Geheimnis des Glaubens betrachten wir am nächsten HErrentag im Bild der 2 Fische, welche bei der Brotvermehrung der HErr der Menschenmenge zu essen gab. Dieselben, die Ihn sofort zum König machen wollten, kehrten Ihm den Rücken, als Er das Geheimnis ansprach, daß Er das Leben ist, das ewige Leben.
In unserer Betrachtung steht somit das Glaubensgeheimnis unseres HErrn in zweifacher göttlicher Wirklichkeit – einerseits mutterlos und anderseits vaterlos, wahrer Gott – und doch auch wahrer Mensch. Seiner Menschheit nach wurde Er dem Gesetz unterworfen, als Knechtsgestalt verband Er sich mit dem Sklavenkind der Unfreien. Der Gottheit nach zieht Er uns in die Verheißung empor und macht uns zu Kindern der Freien. Somit stehen die 2 biblischen Bündnisse so in einer göttlichen Gemeinschaft, wie das Glaubensgeheimnis behandelt wurde – in der Verwerfung und in der Annahme. Die Verwerfung geht den Weg der Reue, die Annahme den Weg der Erfüllung dessen, was in der Verheißung beide eint: – Gott in seinem Sohn, der wahre Gott und der wahre Mensch, eins mit Gott im Geheimnis der Einheit und Gott nah im Geheimnis der Gemeinschaft. Beides ist somit göttlich, bezeugt den „Emanuel“, Gott mit uns, und hat seinen Grund in dem einen erhabenen und ruhmvollen Namen – Jesus Christus.
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4. Sonntag Quadragesimä
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Lätare ra
Freu dich, Jerusalem, jubelt ihr alle, die ihr sie liebt, auf daß ihr gesättigt werdet an der Brust ihrer Tröstungen. (Jes. 66, 10-11)
Im Geheimnis der Person Jesu, im Christusgeheimnis, stellt die Kirche am 4. Sonntag Quadragesimä die beiden großen Bündnisse in Verbindung mit dem Wunder der Vermehrung der beiden Fische und der fünf Brote. Die Verbindung zwischen Irdischem und Himmlischem, die Gemeinschaft der Knechtsgestalt mit Gott, welche im HErrn Jesu so einigend offenbart ist, wird uns im Bild der 2 Fische vor Augen gestellt. Die beiden Fische sind eins, verbunden und nicht trennbar, wie auch das irdische Leben Jesu, sein Lehren und Leiden, sein Vorbild in seiner Hingabe und Treue bis zum schmerzhaften Kreuzestod von dem Auferstandenen, in die Himmel aufgefahrenen und nun herrschenden Hohenpriester nicht zu trennen ist. Im Verzehr dieser Fische, in der Erkenntnis der heiligen Glaubensgeheimnisse, sollen wir Frucht bringen, einem aufgepfropften Zweige auf dem alten, edlen Baume gleich, damit dadurch der wahre und von Fett triefende Ölbaum – Christus – erkannt und auch die Einheit des Volkes offenbar werde; denn die Zweige, die Er ausreißt, die pfropft Er wieder auf und die Bresche, die Er schlägt, die schließt Er auch wieder – mit seinem eigenen Fleisch und Blut.
Auf diesem Wege läßt der HErr sein Volk aber nicht darben. Er nährt uns mit dem wahren Brot des Himmels, der Frucht seiner Hingabe, und macht uns selbst in seiner Nachfolge zur Speise für die anderen, damit die Kirche ihrer Aufgabe endlich gerecht und selbst zu einem Heilssakrament für die Welt wird, und damit endlich die große Ernte, den zwölf Körben gleich, eingebracht werden kann.
So jubeln wir über unsere Mutter, die Kirche, die uns geboren und die uns ernährt, um reiche Frucht zu bringen – Freu dich, du Unfruchtbare, die nie geboren hat, brich in Jubel aus und jauchze, die du nie in Wehen lagst! Denn viele Kinder hat die Einsame, mehr als die Vermählte. (Jes. 54,1)
Das Irdische geht den Weg alles Irdischen. Das Himmlische aber drängt zurück zu seinem Ursprung, sehnt sich nach der Vollendung, welche in Christus erschienen ist. In diese besondere Zeit, in welcher der Weg des Jubels und der Weg der Sklavenschaft in der Person Jesu sich offenbaren, gehen wir nun ein – der Vollendung entgegen.
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5. Sonntag Quadragesimä
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Judica ur
Schaffe mir Recht und führe meine Sache wider ein unheiliges Volk, o Gott, meine Stärke. (Ps. 43, 1)
Mit dem jüdischen Neujahrstag bricht die Osterzeit durch die Betrachtung der Leiden unseres HErrn Jesu an. In allen Lesungen des HErrentages und der nachfolgenden Woche betrachten wir im Priestertum unseres HErrn auch unser allgemeines und besonderes Priestertum - stumm und still. Denn aus seiner Salbung des Geistes der lebendig macht, aus seiner Auferstehung werden wir in das priesterliche Geheimnis erhoben, um auch seines Verdienstes und neuen Lebens teilhaftig zu werden.
Die Andacht des Kreuzweges bietet sich als ein Hilfsmittel an, der Erfahrung des Geheimnisses des Glaubens näher zu kommen.
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Passionsandacht
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Kreuzweg ba
Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der HErr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung. (Off. 1, 8)
Nach seiner Gefangennahme war Jesus von den Juden verhört worden, und als es Morgen wurde, faßten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes gemeinsam den Beschluß, Jesus hinrichten zu lassen. In dieser Morgenandacht betrachten wir die Ereignisse von seiner Verurteilung bis zu seiner Erhöhung am Kreuz. Wir tun dies aber nicht im Rückblick, indem wir uns in erster Linie vor Augen halten, was geschehen war, sondern blicken von seinem Leiden aus auf das Kommende, hatte der HErr in seinem Kreuzweg doch gesagt: „Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?“
Christus ist das wahre Passahlamm, für uns geopfert, welches in der Thora und den Propheten bereits angekündigt war. Er ist aber auch das siegreiche Lamm, das kommen wird, denn es ist der HErr der Herren und der König der Könige. Bei ihm sind die Berufenen, Auserwählten und Treuen. Er ist das Lamm, das bei Gott ist und auf ewig sein wird.
Wir sind sein prophetisches Volk, Söhne Abrahams durch die Verheißung, und so betrachten wir den Weg seines Volkes durch die Zeit und erwarten die Erfüllung Seiner Verheißungen. Die Botschaft vom Kreuz ist der Welt eine Torheit, für die Seinen ist es Gottes Kraft und Weisheit. Das Geheimnis seiner Menschwerdung, das Geheimnis des Lammes bei Gott, all dies ist verborgen vor den Augen der Welt, den Seinen aber will Er sich offenbaren – und wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werden auch wir mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.
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6. Sonntag Quadragesimä
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Palmsonntag ra
Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des HErrn. Hosanna in der Höhe!
Das ganze Volk war zu Pessach nach Jerusalem hinaufgezogen und nach seinem dreijährigen öffentlichen Wirken hatte jeder in Israel schon von ihm gehört, von Jesus, dem Propheten aus Nazareth. Die Stadt war voll von den Zuhörern seiner Predigt, den Zeugen seiner Wunder und sie sahen die Geheilten und Lazarus, den er von den Toten auferweckte in Bethanien bei Martha und Maria, seinen Schwestern. Seine Taten verfehlten ihre Wirkung nicht und berührt vom Geist Gottes empfing das Volk Jesus als seinen König und Messias, als David, welcher herrschen sollte, wie es vom Propheten verheißen war.
Doch seine Worte an das Volk lauteten immer: Kehrt um! Sie sahen und glaubten, kehrten jedoch nicht um und kamen zu Fall. Der Ruf der Umkehr ergeht auch an uns heute, damit wir nicht umfallen, wie die Treulosen in Jerusalem, sondern standhaft seien. Darum beugen wir unsere Knie an diesem Sonntag schon den fünften Tag in Folge, bestreuen unsere Häupter mit Asche, um durch unsere Demütigung von Ihm als Bekehrte wieder aufgerichtet zu werden und standhaft zu sein, daß unsere Augen schauen mögen, wenn Er seine Herrlichkeit nach Zion zurückbringt.
Nach dem alten Introitusruf „Domine“ der Westkirche ist dieser Sonntag der HErrentag – nach dem ersten Gesang dieses Tages jedoch, nennen wir ihn auch „Hosannatag“.
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