Versiegelung

  Zeugnisse

  Taufe

  Amt

  Zeugnis des Reichtums


Heiliger Schatz   ur

Geistliche Reden werden gerne als ein Zeugnis der Wahrheit gedeutet. So will manches Wort der Verkündigung als wahres Gold verstanden werden. Immerhin gilt Gold als Sinnbild der Wahrheit, welche dem Edelmetall gleich keine Schwächen kennt – weder Rost noch Brüchigkeit, weder Schwäche noch Veränderbarkeit. Wahrheit zu haben müsste folglich bedeuten – reich zu sein. Die Reichen sind jedoch selten glücklich mit ihrem Reichtum, und ihr Glück hängt davon ab, ob sie noch reicher werden. Jesus wünscht es anders – er will nicht eingezäunt oder in der Schatzkammer eingeschlossen werden. Schließlich ist er unsere Wahrheit, unser Gold.

In vielen Traditionen unserer Mutter wird geistlicher Reichtum angepriesen. Unser wertvollstes Gut – das Zeugnis des Wortes Gottes ist uns dort überliefert in Redlichkeit und Wahrheit und somit auch derjenige, der das Wort ist – der Logos der Ewigkeit. Man spricht dabei von Besitzstand, als besäße man Gott. Auch die neuen Zeugnisse berufen sich auf die Erkenntnis der Wahrheit und meinen ebenso geistlich reich zu sein. Wahrheit zu haben – bedeutet vielen, Recht zu haben. Und das geforderte Teilen dieses Reichtums mit den Armen bedeutet meistens – die Ärmeren sollen sich ihnen anschließen. Und so erleben wir einen eifrigen Kampf des geistlichen Reichtums – ein Ringen um die Wahrheit.

Der Glaube hingegen ist kein Gold – eher wie Kupfererz. Gepflegt hält er jeder Probe stand und erträgt manches Gewicht. Wenn der Glaube rostet, wird er dem Metall gleich giftig, schwach, und vermag nicht mehr, irgendein Gewicht zu tragen. So kann der Gläubige an Glauben auch dann zusammenbrechen, wenn derselbe die volle Wahrheit erkannt hat. Wahrheit und Glaube stehen folglich nicht in einem Verbund, sonst hätte die Christenheit heute keine Glaubenskrise, keinen Gläubigenschwund. Gold ist kein Reichtum des Glaubens, auch keiner Tradition.

Für die Liebe gilt Silber als Vorbild, welche dem Glauben gleich der Pflege bedarf. Zwar wird dieses Edelmetall durch das neue Liebesgebot gepflegt – den Nächsten zu lieben, wie Christus uns liebte, und doch wird die Liebe ermatten, wenn man sie einem Schatz gleich betrachten möchte. Auch das Silber der Liebe kann nicht als Besitz verstanden werden.

Darum schenken wir Gold und Silber und beanspruchen keine exklusiven Eigentumsrechte – Jesus Christus ist die Gabe allen Menschen, ist Geschenk für das ganze All. Seine Liebe macht alle, auch uns reich und läßt den Glauben herausgeputzt werden – standfest und gesund in dieser unserer Zeit.

Der Reichtum – uns gegeben – ist der Geist des Vaters und des Sohnes, die beiden Anteile des Heiligen Geistes, um uns dem Elias gleich der himmlischen Annahme fähig zu machen. Es ist der Besitz, welcher arm und still macht, um reich und lauter zu werden. Unser Besitz ist der Geist, unser Herz unser Gold (Mt. 6, 21) und Silber unsere RedeDie Worte des HErrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal. (Ps. 12, 7)

  Aussagen über uns


Falsche Zeugnisse   ur

Was sollte man vom Gerede über uns halten, wenn es von Menschen kommt, die keinen von uns persönlich kennen, keine Schrift von uns gelesen haben, an keinem Gottesdienst in unseren Reihen teilnahmen, den Nächsten nicht achten und sich sonst um nähere Auskunft nicht bemüht haben? Wir taten und tun dies nicht, und haben das Recht zu sagen und zu ermahnen: –  Du sollst nicht Falsches gegen deinen Nächsten aussagen.  (Deut. 5, 20)

  Über das heilige Siegel


Die Versiegelten
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Ja, der Weg, die Wahrheit und das Leben – sie sind eins, geeint im Ruf der Vollkommenheit. So ein Vollkommener sollte aber jeder Nachfolger Jesu sein, der sich seines Heils bewusst ist, um seinem Leben jene Liebe eigen zu machen, die Gott ehrt, der selbst die Liebe ist. Aus Liebe zu Gott dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist haben wir uns für das Heil der anderen geweiht, für jene, welche zu Gott „Unser Vater“ sagen. Keine Freude haben wir an unsrer eigenen Gerechtigkeit und suchen die Gerechtigkeit nicht bei uns selbst, sondern bei den anderen. Dazu drängt und befähigt uns der Geist Jesu. Dieser Geist ist es, der uns mit dem Vater über den heimkehrenden, verlorenen Sohn freuen läßt und uns nicht eifersüchtig macht. Er läßt uns bezeugen, daß die Kirche eins ist und seine Braut gereinigt wird.

Unser Gewissen aber lehrt uns, die Kirche Jesu, so wie sie ist, zu lieben und dafür zu beten, dass sie das wird, wozu sie vom Heiligen Geist ausgezeichnet und befähigt ist. Wir wissen jedoch, dass dies nur durch Gott und die Salbung des Geistes Jesu ausführbar und NICHT durch ein hingebungsvolles und liebendes Eigenwerk erreichbar ist.

Jeder Mensch welcher sich nach Geborgenheit, Trost, Gemeinschaft und Heil sehnt, wird in der Kirche, in ihren verschiedenen Abteilungen, im Geheimnis des HErrn vollumfänglich betreut und befähigt, um das doppelte Gebot der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu erfüllen. Solche aber, welche Jesus als ihr Leben haben und über die Spaltung der Kirche und des Reiches Gottes Trauer empfinden, wollen das neue Gebot in Vollkommenheit erfüllen, andere nämlich so zu lieben, wie wir vom HErrn geliebt werden. Hierzu sucht Er auch heute die Anbeter im Geist. Dies verstehen wir in voller katholischer (nicht mit römisch-katholisch zu verwechseln, jedoch auch nicht widersprechend) Lehrtradition – vor allem als verpflichtend in jenem Teil, welcher zum Glaubensgut der vor- und nachreformatorischen Kirche gehört.

Das Apostolische ist mit dem Werk des Geistes Jesu verbunden, wo wir mit dem Institut seines geweihten Lebens – in der hl. Versiegelung – verbunden werden, was in der Kirche auch heute noch als Lebensweihe* mit apostolischem Werk, jedoch ohne die Salbung des Geistes Jesu verstanden wird.
 (*Klöster, Orden, Bruderschaften u.s.w.)

Jeder Christ empfängt den Heiligen Geist mit der Gabe des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe in der Taufe, der Wiedergeburt – auch die Fähigkeit zum priesterlichen und königlichen Geschlecht, sowie in der Neophitenweihe, der Weihe der Neugetauften,  die prophetische Erwählung nach der Weise der Darstellung des HErrn Jesu im Tempel (anderswo durch einfache Segnung oder Chrisamsalbung), sodann wird er in der Hl. Eucharistie in der Gegenwart Jesu gegründet, damit er im HErrn sei und Christus in ihm.

So ist die hl. Versiegelung im Geheimnis der Salbung unseres HErrn als eine Weihe in seine Liebe zu verstehen, als Kräftigung, als Mitteilung des Geistes Jesu zur Stärkung seiner Gegenwart und zur Erbauung zum vollkommenen Menschen, damit wir fähig werden, Christus in seiner vollendeten Gestalt darzustellen.

  Investitur der Versiegelung


Gewänder der Versiegelten
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Mit jeder Weihehandlung ist auch die Einkleidung des Geweihten verbunden, auch bei der heiligen Versiegelung. Paulus (Kol. 3, 12) zählt die Gewänder wie folgt auf: Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Geduld. Das alttestamentliche Vorbild dieser geistlichen Gewänder sind jene 5 Festkleider, welche Josef, der Geweihte unter seinen Brüdern, seinem jüngsten Bruder im Exil schenkte (Gen. 45, 22). Allen übrigen Brüdern machte er aber nur ein Festgewand zum Geschenk. Während das einfache Festgewand das Taufkleid versinnbildlicht, welches Jesus, der Geweihte unter uns, allen Getauften schenkt, womit die Würde und die Gnade der heiligen Taufe vorgeschattet sind, deuten die 5 Festgewänder jene fünffache Würde an, mit welchen die Diener Christi geehrt werden – wer Ihm nämlich in der Nachfolge (Akolutia) dient, den ehrt der himmlische Vater (Joh. 12, 26).

Das erste Festgewand eines Versiegelten gründet auf der Entscheidung seines Herzens, dem Ruf der Nachfolge Jesu nachzugeben, um so zu leben, zu glauben und zu lieben, wie der Gesalbte (griechisch Christos). Wer nämlich das Erbarmen gefunden und erkannt hat, sucht dasselbe für die anderen, und wird durch die heilige Salbung des Geistes zur Nachfolge des HErrn befugt, seinem himmlischen Hof anzugehören, d.h. ein Nachfolger (Akolut) zu werden.

Das zweite Festgewand bekleidet jeden Versiegelten  mit der göttlichen Güte gegen alle – so kann derselbe ganz gewiß sein, daß ihn weder die göttliche Erscheinung noch Wiederkunft erschrecken kann. Er darf Gott schauen, wie Gott ist, da der Versiegelte aus dem Vater handelt, der allein gut ist und dessen Güte dem prophetischen Zeugnis der Versiegelten geschenkt wird.

Das dritte Festgewand der Erstlinge ist die Heiligkeit Gottes. So bekleidet fürchten wir keinen Tod, denn Christus ist unser Leben, welchem wir uns durch die Nachfolge weihen, um für andere zu leben. So sind wir aus seiner Gerechtigkeit gerecht, gekleidet in seine Demut sind wir heilig vor dem göttlichen Angesicht und haben Teil an der ersten Auferstehung, an der Auferstehung der Erstlinge der Auferstehenden.

Es ist wahrhaft eine Ehre, Magd oder Knecht Gottes zu sein. Jesus nennt seine Nachfolger anders – seine Freunde sind sie, da ihnen die Geheimnisse aufgeschlossen sind. Sie kennen die göttliche Botschaft, lauschen verständnisvoll der prophetischen Rede, vernehmen die Stimme des Himmlischen, und wissen, was der Vater tut. So üben sie auch selbst Milde – Gnade nämlich vor Recht, gekleidet in das vierte Gewand, das Gewand der göttlichen Freundschaft.

Mutter und Brüder nennen wir alle Getauften, die unteilbare Kirche Gottes, die Gerufene zur besonderen Einheit – im HErrn zu sein, und Jesus darin. Da Er allein unser Vorbild ist, das Muster der Vollendung, sind wir durch die heilige Einkleidung ebenso mit Ihm vereint, mit Ihm, unserem Leben, und werden in das fünfte Festgewand der Geduld gekleidet, um Vorbild des Glaubens zu sein. Wie das gespaltene Reich Israels, ist die Gemeinschaft der Getauften (griechisch Koinonia) ebenso zur Einheit verpflichtet, um sein Volk (hebr. Ami) zu sein, und nicht verworfen zu werden (Loami). In dieser gegenwärtigen Spaltung übt Gott Geduld vor Strafe  (2. Pt. 3, 9), weil der HErr nicht will, daß jemand zugrunde geht. So sind wir überzeugt, daß die Geduld unseres HErrn (2. Pt. 3, 15) unsere Rettung ist, in welcher wir zum Vorbild geehrt werden.

An diese fünffache Festbekleidung werden wir bei jeder liturgischen Versammlung äußerlich erinnert, wenn in dem mehrschichtigen hochzeitlichen Festgewand Diener und Dienerinnen Gottes erscheinen, damit ihr Sakristeigebet dadurch geistlich gepredigt und die Verheißung veranschaulicht wirdVon Herzen will ich mich freuen über den HErrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich priesterlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt. Denn wie die Erde die Saat wachsen läßt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der HErr, Gerechtigkeit hervor und Ruhm vor allen Völkern.
(
Jes. 61, 10-11)

  Liturgisches Zeugnis aus der “Hl. Versiegelung”


Versiegelungsmartyria
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Es ist „modern“ geworden im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte Zeugnis zu geben – von Gott, vom Evangelium, vom Glauben, der allein selig macht, von der Bekehrung, vom persönlichen Heil und vom persönlichen Erlöser, den es anzunehmen gilt. Wer sich zu solchen Aussagen gedrängt fühlt, hat eine Erfahrung gemacht, welche ihn in seinem Leben etwas ändern lassen will. Zeugnis zu geben ist aber kein Selbstzweck – die Welt ist voll von Zeugnissen von Bekehrungen, Heilungen und Wundern, und die Heiligen Schriften liegen heute an jedem Kiosk, zwischen Tageszeitung und Comics zum Sonderpreis aus. Ein Zeugnis will Frucht bringen, sich vermehren, fünfzigfach, hundertfach – es darf nicht nur bei den Worten bleiben – es will zum Handeln kommen, es will zur Tat werden, zur Tat der Heiligkeit vor Gott. Die Kraft und Fähigkeit hierzu gibt das Wesen Gottes, das Vorbild Christi, in seiner Treue und Hingabe, mit welcher Er den Vater bezeugt. Indem wir uns in der Heiligen Versiegelung in diese Nachfolge weihen, wollen wir ganz eins sein mit Ihm – im Leben, im Tod und in der Auferstehung, damit unser Zeugnis mit dem einzigen und wahren Zeugen des Vaters verbunden sei
– denn niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. (Mt. 11, 27)

Liturgisches Zeugnis der Versiegelungskandidaten   lit. Form

Jesus Christus, unser hochgelobter HErr ruft dich, Ihm zu folgen, wo immer Er hingeht, und so zu handeln, wie Er wirkt. Bist du bereit, auf seine Weise zu leben, wie das Lamm, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt, um dich mit den Engeln Gottes über jeden Sünder zu freuen, der sich bekehrt, um zu leben?
A. Ich bin bereit.

Erwartest du die Salbung seines Heiligen Geistes, die Kraft aus der Höhe, wo unser Haupt ist, zur Stärkung seiner göttlichen Gegenwart in dir, zu deiner Befähigung und Erbauung zu einem vollkommenen Menschen, damit wir alle Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen? A. Das hoffe und erwarte ich.

Liebst du den HErrn Jesus und seine Erscheinung, und sehnst du dich nach seiner Wiederkunft, um sein neues Gebot zu erfüllen, andere so zu lieben, wie Er uns geliebt hat? A. Ich bezeuge, daß ich Ihn so liebe.

Gibst du dich Gott hin, zum Ruhm seines Namens und seines Volkes, um dein Leben mit dem Gesalbten, das heißt mit Christus zu weihen – für die Einheit seiner Braut, der heiligen Mutter Kirche und für das Heil aller Menschen in dem Bekenntnis des wahren und rechten apostolischen Glaubens? A. In meiner Hingabe bekenne ich den Glauben an Gott, Vater den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unseren HErrn, der empfangen ist vom Heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben. Abgestiegen in das Totenreich, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren in die Himmel, sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten Lebende und Tote. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben. Amen.

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Zulassung eines Versiegelten zum Diakonat


Veni Creator Spiritus

Hymnische Anrufung des
Heiligen Geistes

1. Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft, * erfülle uns mit Deiner Kraft; * Dein Schöpferwort rief uns zum Sein: * nun hauch uns Gottes Odem ein.

2. Der Tröster, der zur Freude lenkt, * bist Gnadenpfand, den Vater schenkt: * Du, Lebensbrunn, Licht, Lieb’ und Glut, * den Deinen Salbung, höchstes Gut.

3. O Schatz, der siebenfältig ziert, * und Finger Gottes, der uns führt, * Du öffnest uns den stummen Mund, * der Kirche machst die Wahrheit kund.

4. Entflamme Sinne und Gemüt, * daß Liebe unser Herz durchglüht, * und unser schwaches Fleisch und Blut * in Deiner Kraft stets Gutes tut.

5. Die Macht des Bösen banne weit, * schenk’ Deinen Frieden allezeit; * erhalte uns auf rechter Bahn, * daß Unheil uns nicht schaden kann.

6. Laß gläubig uns den Vater seh’n, * den Sohn, und Dich den Geist versteh’n, * damit der Glaube uns durchdringt, * der nur gesunde Früchte bringt.

7. Dem Vater auf dem ew’gen Thron * sei wie dem auferstand’nen Sohn * und Dir, dem Tröster, Heil’gen Geist, * Lob, Preis in Ewigkeit. - Amen.

  Liturgie der Hl. Versiegelung


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Typische Ansprache
   Liturgie

Groß ist die Freude im Himmel vor den Engeln, bei Gott und seinen Gesalbten, daß ihr erschienen seid, um eurem Entschluß, dem HErrn Jesu zu zu folgen, in der Tat der Weihe eures Lebens Ausdruck zu verleihen. Er will euch mit seinem Geist salben, anleiten und vertiefen, in Glauben, Hoffnung und in der Liebe, damit diese heilige Weihe ein für allemal mit dem Siegel und mit der Erfüllung der Verheißung des Hl. Geistes vollendet werde.

Die heilige Kirche hat euch wie eine Mutter als Kinder des göttlichen Hauses erzogen. Ihr seid gewachsen, ihr seid gereift, nicht mehr Milch, sondern die starke Speise zu genießen. Fest im Leben stehend seid ihr nun fähig geworden, zu einer Unterscheidung dessen, was heilig und nicht heilig, was geistlich und nicht geistlich ist, im Glauben und im Leben.

Nach dieser heiligen Feier habt ihr euch gesehnt, um in die erwählten Reihen der Erstlinge zu treten. Ihr werdet euch für die Erscheinung des großen Gottes und unseres Königs rüsten, für jenen Tag des HErrn, an welchem wir als Erstlinge der Auferstehenden in vollendeten Leibern erscheinen werden. Am hl. Tisch des HErrn wird die Fülle dieser Freude und des Friedens gefeiert, euer Anteil an diesem heiligen Geheimnis.

Im Siegel der Gabe seines Geistes habt ihr den Tod überwunden, seid zu einem neuen Leben erweckt und werdet nun kraft der Salbung Jesu mit der Gabe Gottes des Lebendigen ausgestattet und als eine herrliche Pflanzung an eure Stelle in der Kirche gesetzt. Nicht für euch selbst, sondern zur Vollkommenheit aller will euch Gottes Antlitz leuchten, damit ihr nach seinem gnädigen Ratschluß in den hl. Pflichten der Nachfolge Jesu dort dient, wo er euch zu einem Glied seines Leibes berufen hat.

In das hl. Geschlecht des ewigen Israel seid ihr hineingetauft, in die herausgerufene Gemeinschaft der vollendeten Geister, der Lebenden und derjenigen, die noch geboren werden, um dieses hl. Bündnis jederzeit zu bekunden und zu bezeugen.

Geliebte! Die Kirche und Gemeinde des HErrn wartet auf euch. Sie ist hocherfreut über euch und bereit, euch freudvoll zu begrüßen. Sie hat teilgenommen an eurer Unterweisung im Glauben und euer Wachstum in der Erkenntnis wahrgenommen, und nun möchte sie sehen, daß ihr auch als gute Streiter Christi das eure tut, und unsere Reihen stärkt, in welchen ihr zur Erstlingschaft berufen worden seid. So sind wir nun im Namen Gottes versammelt, damit ihr eure feierlichen Taufgelübde erneuert und bekräftigt, und alle Christgläubigen dadurch versichert werden, daß ihr in dem Glauben und Bekenntnis eurer Taufe und in den Grundsätzen der Lehre Christi beharrt; endlich, damit wir euch feierlich dem HErrn befehlen und weihen, und mit Anrufung Seines heiligen Namens Seinen himmlischen Segen auf euch herabflehen.

 

  Aus der Betrachtungsreihe “Geweihtes Fleisch”


Denn wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder denselben Dienst leisten, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören.Röm. 12, 4-5


Des einen Leibes Glieder
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Schon einige Male sagten uns einige – wieso habt ihr eigene Versammlungen? Ihr seid doch außerhalb des „Leibes Christi“, fern der Kirche Jesu.

Einige halten von daher die Katholisch-apostolischen Gemeinden für ein eigenes Glaubensbekenntnis (Konfession), auch dann, wenn wir bezeugen, keiner eigenen Kirchenvorstellung zu folgen. Katholisch-apostolisch ist ein Name für den Glauben, den die noch ungeteilte Christenheit in ihrer Jugend der ersten Jahrhunderte bekannte, noch  vorscholastisch. Diese Ehrenbezeichnung des Glaubens und der Kirche blieb nicht dabei, Urgut der Christen zu sein; vielmehr blieb das Katholisch-apostolische ein Inbegriff des erlebten Glaubens und Hoffens, bis zum heutigen Tag gemeinschaftsbildend, wie Vinzenz von Lerin einmal schrieb: – Die Heilige Schrift wird wegen der ihr eigenen Tiefe nicht von allen in ein und demselben Sinn verstanden; ihre Aussprüche werden von den einzelnen verschieden erklärt und es hat deshalb den Anschein, es könnten fast so viele Meinungen aus ihr hergeleitet werden, als es überhaupt Menschen gibt. Darum muß bei der Erklärung der prophetischen und apostolischen Schriften nach dem Maßstab des kirchlichen und katholischen Sinnes verfahren werden … dass wir das festhalten, was überall, was immer und was von allen geglaubt wurde; denn das ist im wahren und eigentlichen Sinne katholisch. Darauf weist schon die Bedeutung und der Sinn des Wortes [katholisch] hin, das alles in der Gesamtheit umfaßt. Aus Merkbuch 2 Da „die Gesamtheit“ keinesfalls mit Ganzheit (holos – Ganzheitlichkeit) zu verwechseln ist, stecken wir weder in einer Konfession fest, noch befinden wir uns außerhalb aller, sondern gehören dem Glauben nach zu allen, nicht aus ihnen eine Auswahl bildend, sondern die Einheit liebend, die den einigenden Ursprung aller Christgläubigen im obgenannten Sinne bekennt.

Manche bezeichnen die Katholisch-apostolischen Gemeinden als ökumenisch, andere wiederum lehnen dies ab. Biblisch bedeutet das Wort Ökumene den Erdkreis (Ps. 23,1; Ps. 49, 12; Ps. 76, 19; Ps. 96, 4; Ps. 97, 7; Jes. 10, 23; Jes. 13, 11; Jes. 24, 4; Jes. 27, 6; Jes. 34, 1; Jes. 62, 4; Dan. 2, 38; Mt. 24, 14; Lk. 21, 26 u.v.a.), aber auch Erdboden oder Festland, wo wir sind und leben; folglich wären unsere Gemeinden ökumenisch, da sie sich auf dem Fundament der Kirche, auf Jesus Christus, und auch auf der Grundlage der Apostel und der Propheten befinden. Heute gibt es noch die außerbiblische Bedeutung des Wortes „Ökumene“, welches die Begegnung der Konfessionen und ihrer Lehrer umschreibt, ihre Absprachen und Übereinkünfte zusammenfaßt, worin ein gewisses Maß an gegenseitiger Anerkennung enthalten ist. Zwar erkennen wir diese Mühe auf dem Weg der Wiedervereinigung der Kirche Gottes an, werden aber selber als die Bekenner der EINEN KIRCHE Jesu nicht anerkannt. Wir verstehen uns niemals ÜBERKONFESSIONELL, da wir für die Spaltung der Christenheit weder zuständig noch ursächlich sind, sondern eher den Konfessionen unterordnet, da uns ihre Einheit und Vollendungsfähigkeit ein Herzens- und Gebetsanliegen sind.

Wir haben uns nach der Weise Jesu Gott, unserem himmlischen Vater, geweiht, in der vollen Anerkennung der kirchlichen Vorsteher und der Kirche, wie unser HErr und Meister seinen Stiefvater und seine Mutter anerkannte, sie liebte und ihnen bis zur Volljährigkeit gehorsam war Lk. 2, 51. In der Liturgie der Zeit nach der Beschneidung, wo des „geweihten Fleisches“ unseres Erlösers gedacht wird, um in der eigenen leiblichen Weihe Gottesdienst zu versehen, verstehen wir die Begebenheiten um uns herum, wie es um Christo bestellt war – als Ihn seine Eltern endlich fanden und sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?
Lk. 2, 48-49