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Emmanuel
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Heiligtum
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Ratschluß
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Weihnachtstermin
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Christus ist geboren - Halleluja! ra
Die Freude über die Geburt unseres Heilandes soll zur gesegneten Weihnachtszeit nichts trüben. Wir wissen, dass wir das Hochfest der Geburt unseres hochgelobten HErrn und Gottes Jesu Christi zu keinem anderen Zeitpunkt rechtmäßig und glaubwürdig feiern können, als am 25. Dezember! Denn der fleischgewordene, ewige Gottessohn, das wahre Licht vom wahren Lichte ist erschienen, um allen zu leuchten die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes.
Unser 25. Dezember entspricht eigentlicht dem 25. Kislew des jüdischen Kalenders, an welchem die Juden ihr Hannuka, das Lichterfest feiern. An diesem Tag nämlich wurde der Tempel neu eingeweiht. Obwohl nur noch ein versiegeltes Gefäß mit reinem Öl für nur einen Tag vorhanden war, geschah das Wunder, dass das Öl im Leuchter die ganze Weiheoktav brannte. Bereits diese außerbiblische Begebenheit kündigt von Christus, der im Menschenfleisch wie in einem zerbrechlichen, unterschätzen Gefäß uns das Öl der Weihe und der Freude bringt und selbst von Gott besiegelt und von Engeln verherrlicht wurde. Er, der selbst von sich zeugte, dass er der Tempel sei, den er in drei Tagen wieder aufbauen wolle, und selbst das Licht ist, das alles erleuchtet und uns zu Trägern eben dieses Lichtes befähigt hat, sollte an einem anderen Tag zur Welt gekommen sein als am Tag der Tempelweihe? Er hat aber den Tag seiner Geburt und den Tag der Tempelweihe geheiligt, indem er an seinem Geburtstag dieses besagte Fest und den Tempel mit seiner Anwesenheit ehrte und die Juden über seine Gottessohnschaft belehrte!
Desweiteren kündet uns bereits Papst Hippolyt, dass das Fest der Geburt des Messias am 25. Kislew gefeiert wurde.
Aber auch die Umstände der Empfängnis des Johannes des Täufers und seine Geburt bestätigen uns die Richtigkeit des Weihnachtstermins. Denn in den Tagen, da Zacharias den Dienst im Tempel im Heiligtum vollzog und ihm zur Zeit des Rauchopfers der Engel die Geburt seines Sohnes durch seine unfruchtbare Frau Elisabeth ankündigte, stand das ganze Volk draußen und betete. Auch an Rosch Haschanah, dem jüdischen Neujahrsfest im Herbst pilgerte das ganze Volk nach Jerusalem um anzubeten. An besagtem Fest pflegte Gott sich der unfruchtbaren Frauen seines Volkes zu erbarmen und beschenkte sie mit der Empfängnis der Leibesfrucht, wie wir es von Sara, Rachel und Hanna wissen. Nachdem Elisabeth schwanger wurde, lebte sie fünf Monate zurückgezogen, und im sechsten Monat erschien der Engel Gabriel der Junfrau Maria und sie empfing vom Heiligen Geist. Dies war also um den 25. März. Somit fällt die Geburt unseres Erlösers, neun Monate später auf den 25. Dezember.
Nur der Zeitgeist des Unglaubens versucht die Frohbotschaft mit Halbwahrheiten zu trüben, versucht das Heilige mit dem Heidnischen zu vertauschen, läßt den Stern, dem die drei Magier folgten als ein rein kosmisches Ereignis verstehen, und deutet die geistliche, himmlische Botschaft mit fleischlichen Mitteln um. Der Stern aber, der nie vom Himmel fällt und die Wasser niemals bitter machen kann, ist der Geist des Ewigen, der von der Geburt Christi zeugte, uns den wahren Morgenstern erblicken läßt, und uns zum Lobpreis mit den Chören der Engel anleitet indem wir gemeinsam rufen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seiner Gnade.
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Weihnachtsfreude ur
Darum wird euch der HErr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Emmanuel [Gott mit uns] geben. (Jes. 7, 14)
Die 70 hebräischen Gelehrten (Rabbiner) haben die biblische Urübersetzung (Septuaginta) vor der Geburt unseres HErrn Jesu Christi gemacht, welche selbst für die späteren Übersetzungen in verschiedene Sprachen der Christenheit zur Regel wurde – nämlich die Schriftworte „begrifflich“ zu übersetzen. Jeden Text einer Fremdsprache versuchen die Dolmetscher eigentlich nicht nach dem Wortsinn, sondern möglichst wortwörtlich zu wiedergeben. Weshalb wich man von dieser Regel beim biblischen Text ab?
Zunächst stellen wir fest, dass der Bibeltext keinesfalls die menschlichen Worte und Vorstellungen vermittelt, sondern die göttliche Eingebung wiedergibt, die sich „wortwörtlich“ kaum aussprechen läßt, denn „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des HErrn.“ (Jes. 55, 8) Somit ist der Spruch Gottes im Sinn der geschriebenen Worte zu suchen, was man sprachwissenschaftlich „begrifflich“ nennt. Wir sollten folglich begreifen, was uns unser Gott mitteilen möchte, und nicht der Zeuge des göttlichen Handelns, der seine Gotteserfahrung beschreibt.
An vielen Stellen der hl. Schrift haben die hebräischen Gelehrten die urtextlichen Worte begrifflich wiedergeben, wie in der jesajanischen Ankündigung des Messias (Christus) – so wäre vom hebräischen Urtext her, die Alma („die Jungfrau“) mit „die junge Frau“ übersetzbar. Dies taten sie nicht, da zu ihrer Zeit die prophetische Verheißung Jesu so verstanden wurde. Christus soll keinesfalls als Sohn eines Menschen verstanden werden. Anders als bei den Müttern der biblischen Propheten, wo es durchaus göttliches Wirken bei der Empfängnis gab (z. B. Johannes der Täufer), was einer Weihe im Mutterleib gleich kam, verstanden die Rabbiner die Empfängnis Jesu als vaterlos (parthenogenetisch). Der Schatten des Höchsten, unseres himmlischen Vaters heiligte und weihte die gebenedeite Jungfrau Maria, damit sie als Erwählte und Begnadete jenen empfing, durch den alles, was ist, seinen Ursprung hat. Das Wort Gottes (logos) begabte die Frauen mit der Teilhabe an der Entstehung der Welt durch die höchste Gabe der Mutterschaft. Unser Retter selbst wurde zur heiligenden Grundlage jeder Empfängnis. Während die Weihe Mariens ihre Quelle bei Gott, unserem himmlischen Vater hat, der allein Ursprung jeder Weihung ist, und somit diese Weihe ein verheißenes Zeichen sein soll, um von vornherein Jesus als den Gottessohn zu bezeugen, nennt man Christus – „Menschensohn“, da in ihm die Gottheit des Ewigen, der immerdar zu preisen ist, sich der Menschheit rücksichtslos und abstandslos näherte, die Menschlichkeit bereits am Uranbeginn annahm, sich in jeder Leibesfrucht verbarg, um zur Zeitenfülle zum Menschenheil in Erscheinung zu treten (Christophania).
Die jüdische Übersetzung wird durch das Evangelium über Christus und den HErrn Jesus selbst beglaubigt, indem die biblischen Worte des Alten Testamentes so zitiert und übernommen wurden.
Doch uns bewegt das Verständnis Emmanuels in viel tieferem Sinn. Vielerorts in der Bibel wird von den Zeugen des Wirkens und der Eingebung Gottes zugesichert, dass Gott in seinem Geiste allerorts gegenwärtig ist. Somit enthält die Verheißung des Namens „Gott-mit-uns“ keine Ankündigung der geistlichen göttlichen Anwesenheit! Vielmehr erblicken wir im göttlichen Kind die Wirklichkeit, dass Gott am Menschsein teilnahm. Er, der Allerhöchste kostete Armut und Not, Todesgefahr und das Los der Fremden (Flucht in das Sklavenhaus Israels), Verachtung und Lieblosigkeit, Rufmord und Verrat, Hunger und alle Pein unseres Leibes, bis hin zur Versuchung. In all unserer Bedrängnis versteht er unsere Bitten und Gebete, nicht nur, weil seine Gottheit allwissend ist, sondern weil er die Bedürftigkeit unserer fleischlichen Hülle aus Erfahrung kennt. So ist er Emanuel, Gott mit uns, der sich in der Fleischwerdung unser annahm, um dadurch, gar selbst durch den Tod hindurch, uns voran zu bringen, zum Sieg über die Sünde, den Satan und den Tod.
Die Weihnachtsfreude ist wahrlich die österliche Freude, ein göttliches Zeichen des Lebens der Unsterblichkeit und der Zukunft eines neuen Menschen, der sich im vollendeten Menschen (adam eschaton) des geliebten Heilands erblicken läßt. Wie die Engelsbotschaft (Evangelium) es verkündet – der Messias ist geboren, laßt uns glücklich mit Dankbarkeit künden:
Christus ist wahrhaft geboren!
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Denn JHWH ward zum Menschensohn! Halleluja! Halleluja! Liturgie
1. Preist den HErrn, und gebt ihm Ehre! Denn sein Wort ist ewig wahr. * Stimmet ein in frohe Chöre, lobt ihn mit der Engel Schar! * Aus der Jungfrau reinem Schoß kam der Welt das schönste Los.
Ref. Preist den HErrn und den er sandte, rühmet laut durch alle Lande: * Denn JHWH ward zum Menschensohn! Halleluja! Halleluja!
2. Den die Himmel nicht umfassen, dessen Allmachtswort sie trägt, * Er hat sich herabgelassen, durch der Liebe Drang bewegt. * Menschenhülle nahm er an, um der Welt als Heil zu nah’n.
Ref. Preist den HErrn und den er sandte, rühmet laut durch alle Lande: * Denn JHWH ward zum Menschensohn! Halleluja! Halleluja!
3. Der Verheiß’ne ist erschienen, ein Erlöser uns zu sein, * helfend seinem Volk zu dienen, es dem Vater neu zu weih’n. * Die ihm glauben, werden jetzt in das Himmlische versetzt.
Ref. Preist den HErrn und den er sandte, rühmet laut durch alle Lande: * Denn JHWH ward zum Menschensohn! Halleluja! Halleluja!
4. Freut euch seiner, alle Frommen, sammelt euch zu seinem Ruhm! * Jesus, Jesus ist gekommen, und wir sind sein Eigentum! * Kinder Gottes, hofft auf ihn, gebt ihm eure Herzen hin!
Ref. Preist den HErrn und den er sandte, rühmet laut durch alle Lande: * Denn JHWH ward zum Menschensohn! Halleluja! Halleluja!
Aus dem Hymnologium
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Opferbetrachtung im Gottesdienst ur
Zum biblischen Verständnis des Priestertums gehört wesentlich die Verbindung desselben zur Opferliturgie. Seit Mose gab es eine präzise Ordnung der Opferarten, zu finden im Levitengesetz (Leviticus). Daher geleitet kennen wir das Brand- oder Ganzopfer, welches heute geistlich mit dem Sündenbekenntnis der Tagesdienste verbunden wird. Ferner kennen wir die Schlachtopferordnung, welche an sich vielfältiger ist; dazu zählen sowohl die Lob- oder Dankopfer, als auch einige Weihe- und Gelöbnisopfer, welche geistlich mit der hl. Eucharisitie, und sodann mit unterschiedlichen Gelübden in Verbindung gebracht werden. Auch die weiteren Sünd- und Schuldopfer (Schuld im Sinne des Ersatzes, des Schuldenvergleiches u. ä.), geistlich mit dem Sündennachlaß betrachtet und schließlich die Weiheopfer. Zu diesen meist physischen tierischen Opfern gehörten nach mosaischer Vorschrift auch unterschiedliche Zusätze, wie Speis-, Trank- oder Gussopfer und weitere aus gebackenem Süß- oder Salzteig, sowie unterschiedliche Räucherwerke.
Bereits im alten Testament betrachten wir das Priestertum nicht bloß in jenen 24 priesterlichen Klassen, welche den Dienst (griechisch Liturgie) ausgeführt haben. Der Opferliturgie wohnten auch andere priesterlich bei. Bereits das mosaische Buch über die Opferordnung trägt den Beinamen „levitisch“. Dem Opferdienst wohnten helfend auch die Leviten bei, welche ebenso nach dem Vorbild der 24 Priesterklassen unterteilt waren, um mit denselben an den Tagen oder zur Zeit des Dienstes der betreffenden Klasse selbst mitzuwirken – dies war eine andere Weise des priesterlichen Dienstes der Leviten, welche ansonsten für den Transport der Altäre und Geräte des Heiligtums bestimmt waren.
Die Einhaltung der Vorschriften war jedoch nicht eine Erfüllung der Priesterpflicht, Gott mit Opfern zu ehren. Vielmehr dienten die Priester und die Leviten dem Volk Gottes – denn die dargebrachten Opfer stammten von demselben –, zur Erfüllung der Pflicht, welche das Volk als Würde empfand, nämlich Gott zu gehören. Ferner gab es sogenannte „Standmänner“, welche das Volk Gottes bei den Opferdiensten priesterlich vertraten. Auch sie waren in 24 Klassen unterteilt, um die 12 Stämme Israels zu vertreten, erwählt aus einzelnen Familienhäusern; sie waren mit den Klassen der Priester und der Leviten anwesend, wenn die betreffende Klasse für den Dienst an der Reihe war. Folglich sind es im ganzen 72 priesterliche Ordnungen zur Durchführung der vollkommenen Anbetung Gottes.
Neutestamentlich kennen wir auch die 24 Klassen des priesterlichen Dienstes – im Buch der geheimen Offenbarung St. Johannes begegnen uns die Häupter derselben, die 24 Ältesten (Presbyter) am Thron Gottes im himmlischen Heiligtums. Laut Apostel Paulus sind alle alttestamentlichen Vorschriften und Ordnungen ein Schatten des Lichtes der Satzungen und Ordnung nach Christus, welche neutestamentlich genannt werden. Bereits bei der Taufe wird von einem priesterlichen Geschlecht gesprochen. Dieses Priestertum steht im Zusammenhang mit den sog. Standmännern und Frauen des Alten Testaments. Auch die Helfer der Priester und die von Gott berufenen und geweihten Priester haben ihren alttestamentlichen Schatten. Allerdings ist die Opferordnung eine neue – unblutig und vollkommen, mit welcher die wahren Priester identifiziert werden. Dieselbe Ordnung ist durch die Verdienste Jesu noch ausgestalteter als der Schatten!
Während wir am Weihnachtsfest mit Bescherung und Freude der Geburt Christi gedenken, war dessen Fleischwerdung auch eine gewisse Erniedrigung für den Sohn Gottes – vom Licht des Reiches der Herrlichkeit in das Dunkel der Niederung zu kommen. Denn geboren war er im Stall, und keinem Palast; jeder kann sich vorstellen, was es heißt, das Leben unter der eigenen Würde zu erfahren, was manche auch am eigenen Leib gekostet haben – da betrachten wir sein Ganzopfer nicht nach der Bitterkeit der Erfahrung der Niedrigkeit, sondern als das Verdienst seiner prophetisch bezeugten Bereitschaft, die Existenz wie ein Opferlamm und das Leben im sterblichen Fleisch anzunehmen. Er wollte einer von uns werden, nicht nur Vorbild – damit wir im Geringsten seiner Brüder Ihn erblicken, und daselbst im Nächsten Ihm dienen. Deshalb wird das Brandopfer geistlich mit seinem Ganzopfer verglichen und dem Sündenbekenntnis gleichgestellt – denn wir versündigen uns meist an unseren Nächsten. Und der Sünde zu widerstehen, indem wir dem Geringeren selbstlos helfen, ist wahrhaft unsere Pflicht und ein vernünftiges Opfer zugleich, vor allem dann, wenn wir den Nächsten als unwürdig unseres Dienstes betrachten möchten. Vielleicht empfinden wir manche Geringe nicht als unsere Brüder – doch Christus nennt sie so, auch dann, wenn sie ihr Ungemach selbst verschuldet haben.
Aus vielen Zeugnissen der Schrift wissen wir, daß es nicht üblich war, die Propheten Gottes dem mosaischen Gesetz zu unterordnen – und zu den Verdiensten des wahren und vollkommenen Propheten und unseres Retters zählt auch die Unterwerfung desselben unter das alttestamentliche Gesetz – nach dem Willen Gottes, unseres Vaters; seine Beschneidung und die Weihe der Darstellung im Tempel haben weit tiefere Bedeutung als die Schatten der mosaischen Weiheopfer. Obwohl er zurecht Gott Vater nannte, wurde er mit einer Familie verbunden, welche ihre Abstammung und Tradition kannte. Aus der eigenen Familie in eine andere hineingesetzt zu werden, ist für uns nicht einfach – für die Kinder stellt die Schule ebenso Streß dar, wie die Arbeitsstelle für die Arbeitnehmer; auch die Überlieferung unserer geistlichen, kirchlichen Familie hinzunehmen, so zeigt es unsere heutige Zeit, ist nicht selbstverständlich. Deshalb ist das Erlebnis des 12 – jährigen Jesus sehr aussagekräftig, als ihn seine Mutter nach tagelanger Suche fragte: „Warum hast du uns das angetan?“ Selbst Er antwortete mit Frage, aber unterordnete sich im Gehorsam. Wenn man bedenkt, daß unsere Gedanken nicht die Gedanken Gottes sind, so sind wir fähig dieses opfer-artige Verdienst Jesu wirklich nachzuempfinden. Im geistlichen Bereich führt uns unser Lebensweg auch an den Müttern, Vätern und Geschwistern vorbei, welche uns nicht immer im Glauben und Hoffen genehm sind – auch die Glaubensbekenntnisse der Mutter Kirche entsprechen nicht in jedem Segment mancher unserer Vorstellung, und doch zum Zeichen der Verbundenheit sollen wir sie wie ein geistliches Opfer bekennen, als Ausdruck der Einheit der Getauften aller Geschlechter.
Wenn wir aufrichtig das ganze Leben unseres Erlösers weiter ehrlich betrachten, werden wir viele Verdienste seiner Hingabe finden, welche in der alttestamentlichen Opferordnung schattenhaft Jesu bezeugten, bis zu jener Hingabe in die Hände der Bösen zum heilenden und erlösenden Opfertod. Unser Verhältnis dazu besteht in priesterlicher Nachfolge. Es ist unerheblich, ob uns die Priesterklasse betrifft, die Ordnung, die wir als Kirche und Gemeinde erfahren – seine Vorsehung wird uns im Leben wie im besonderen Heiligtum in die Wirklichkeit führen, wo wir als Laien, Helfer und Priester ein göttliches Priestertum ausüben sollen, und dieser Dienst der Bewährung in Glaube, Hoffnung und Liebe wird durch die vollkommenen Opfer unseres Priestertums uns aller Verheißungen Jesu würdig machen, nämlich vor Gott zu stehen und zu leben ewiglich.
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Advent – besondere Gebetszeit ur
Solange wir Alterung, Altersschwäche und Krankheiten erfahren, verbleibt unser Verlangen nach der Leibeserlösung unverändert und mit der ganzen Natur und allen Kreaturen seufzen wir sehnsuchtsvoll: „Mache Dich auf, o HErr, hilf uns und erlöse uns!“
Im Advent nimmt der Erlösungsseufzer eine konkrete Gestalt an, wenn wir den altkirchlichen Maranatharuf anfügen: „Komm bald, HErr Jesu.“
Die Ausdauer und Beharrlichkeit dieser Anrufungen vertieft sich im Gebet der beständigen Anbetung. Ähnlich unserer Mutterkirche kennen wir drei Formen der beständigen Anbetung: Die vollständigen Tagesdienste, entsprechend der Hochkirche – vom vollkommenen vierfachen Amt angeführt; die abgekürzten liturgischen Tagesdienste, entsprechend unserer reellen Fähigkeit zur beständigen Anbetung, wobei wir so dienen, wie wir eben amten können, und schließlich die der Niederkirche entsprechenden Gebetstagesdienste, welche trotz Nüchternheit und bewußtem Verzicht auf liturgischen Schmuck die volle Anbetung im priesterlichen Charakter entfalten. Erst dort, wo wir nicht zum Gebet zusammenkommen können, vermag unsere beständige Anbetung durch das liturgische Gebet der Hausandacht ungebrochen zu bestehen.
In all diesen Formen der Anbetung, welche im Advent einen unterhaltsamen Adventskalender überflüssig machen, bringen wir am besten zum Ausdruck, daß wir Gottes sind, und Er in Christo einer von uns, auf dessen Offenbarung in seiner Herrlichkeit wir beharren.
Unsere Gotteserfahrung und Begegnung mit Ihm, welche den Sinn unserer Anbetung erfahrbar macht, bekräftigt uns darin, daß der Fleischgewordene alle Menschen vollkommen erlöst hat – zum Glauben und zum Lieben, aber auch zur Hoffnung unserer leiblichen Erlösung hin. Alle Symbole und Bräuche der gesegneten Adventszeit drücken dies aus und sind insofern verständlich, soweit wir die Anbetung Gottes praktizieren.
Möge uns das neue Kirchenjahr dem Heil näher bringen und das bereits traditionell gewordene Ordinarium als eine hilfreiche Gebetsordnung wirksam assistieren, was wir an dieser Stelle gerne und mit der Dankbarkeit, daß uns Gott solches beschert hat, allen Menschen guten Willens [Link –>] hiermit in die Hände reichen.
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Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? ... Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. (Mt. 11, 7b-9)
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Weihnachtsgruß
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Weihnachtsgabe
Gott ist Mensch geworden, das Licht vom Licht und Gott aus Gott, geboren, nicht erschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch den alles geschaffen wurde.
«Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.» Joh. 1, 14
Wir Christen glauben nicht an irgend eine überirdische Macht oder Wesen, an etwas, was unerreichbar oder unvorstellbar wäre, an etwas, was in der Natur lebt oder sich als menschliche Idee überall befindet und in den Tiefen des Weltalls lebt. Denn das ist nicht Gott – Er ist nicht etwas, sondern jemand, eine Persönlichkeit der hehren Kraft der Ewigkeit, ohne Anfang und Ende des Seins, welche in der Gestalt des Fleisches mit menschlichem Antlitz gesehen wurde – von Gläubigen und Nichtgläubigen.
Durch die Geburt Jesu, des Sohnes Mariens, die in Galiläa lebte, wurde Gott für jedes menschliche Wesen begreifbar – ja antastbar. Jene, die Ihn berührten, wurden geheilt von den Leiden der Seele und des Leibes – und viele waren es, die zu Ihm liefen mit dem Wunsch, durch Heilung erquickt zu werden. So berührt sprachen die einen – das ist der Prophet, ein Mensch aus Gott; andere erkannten in Ihm jenen, den die Schreiber der heiligen Schriftrollen, die Zeugen der erhabenen Werke Gottes und die Gläubigen Jesu durch die Eingebung des Geistes Gottes verkündigten:
- im 1. Buch Mose, 3, 15 – «Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.»
- in der Schriftrolle des wiederholten Gesetzes, dem 5. Buch Moses, 18, 15 schrieb Moses, der Prophet in Israel (Deut. 34, 10), welchen der HErr Auge in Auge berufen hatte – «Einen Propheten wie mich wird dir der HErr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören.»
- in der 2. Schriftrolle Samuels lesen wir die Ankündigung des Propheten Natans an David 7, 16 – «Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.» König David erkannte den Ausspruch des ewigen Königtums nicht als die Frucht aus seinem Leibe, sondern als Anerkennung seines Glaubens und besang Gott gleich seinem eigenen Sohn im Psalm 110 – «So spricht der HErr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten.»
- die Propheten verhießen aus der Eingebung – «Darum wird euch der HErr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben.» (Jesaja 7, 14) – «Wenn die Gebärende einen Sohn geboren hat, wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels. Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des HErrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde. Und er – er wird der Friede sein.» (Micha 5, 2-4)
Jene, welche ihn im Schauen erkannten, bezeugten auch – «Denn wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft Jesu Christi, unseres HErrn, verkündeten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe. Er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen; denn er hörte die Stimme der erhabenen Herrlichkeit, die zu ihm sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. Dadurch ist das Wort der Propheten für uns bestätigt worden.» (2. Petrus 1, 16-19)
Und wir haben ihnen geglaubt, dass sie seine Herrlichkeit gesehen haben, – die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. (Joh. 1, 14)
Im geweihten Bade des lebendigmachenden Wassers des Heiligen Geistes empfingen wir als Gabe eines vernünftigen Glaubens die Erkenntnis, die nur Gott allein verleihen kann, – «denn niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.» (Mt. 11, 27)
In diesem Glauben haben auch wir seine Herrlichkeit erkannt; in Jesu betrachten wir den Christus Gottes, den Gesalbten und den Messias des HErrn, unseren Retter.
Schon damals, bei seinem ersten Erscheinen gab es Ungläubige, die ihn sahen und nicht erkannten, welche hörten und nicht verstanden, welche selbst seine mächtigen Werke nicht überzeugten – und es gibt sie auch heute – so betrachten sie diese, uns heiligen Worte, als Märchen für Unvernünftige, verleugnen erneut die Rettung des Menschengeschlechts, verspotten das Christentum und würden es in ihrer Klugheit – ebenso wie unseren Heiland – am liebsten der Vergangenheit und dem Tod übergeben.
Die Feiertage der Menschwerdung des Gottessohnes feiern wir im Geheimnis, in welchem der Sohn Gottes seinen Vater verherrlichte – «Ich preise dich, Vater, HErr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.» (Mt. 11, 25-26)
Darum ist der Bericht über seine Geburt für uns keine Legende, kein Märchen und keine Fabel, sondern die frohe Kunde des Festtags:
Heiliges Evangelium nach Lukas im 2. Kapitel:
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum erstenmal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des HErrn zu ihnen, und der Glanz des HErrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen:
«Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der HErr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.»
Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:
«Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Friede bei den Menschen seiner Gnade.»
Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der HErr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.
Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.
Indem wir dieses hochheilige Geheimnis in tiefem Glauben begehen und geistlich auf Christus schauen, singen und bezeugen wir:
Der im Himmelreich regiert, kam zu uns als guter Hirt.
Mögen die Leser dieser Zeilen und alle, welche die Menschwerdung Gottes feiern, im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe erneuert werden, – befestigt in der Wahrheit und bestärkt in der Gewissheit, dass unser wahres Geschenk Jesus ist, das Leben unseres Lebens, unser ewiges Leben, heute in unserem vergänglichen Leibe, und in der leiblichen Heilung der Auferstehung an jenem abendlosen Tag, an welchem wir mit dem dreieinigen Gott vereint sein werden, in Ewigkeit.
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