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Engelschöre
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Taufe
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Amt
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Amt
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Amtsanbietung lit. Einführung
Die Anbietung zum heiligen Amt ist eine apostolische Ordnung, in welcher Gott über die Angebotenen die Amtsberufung oder den Dienstruf durch die Propheten verkünden läßt. (1.Tim. 1, 18; 4, 14) Denn das volle Amt können nur solche Menschen bekleiden, die Gott erwählt und beruft. Die Angebotenen sind befähigt, kraft des Amtsgelübdes, in welchem sie sich freiwillig dem HErrn verpflichten, jeden Dienst und jedes Amt anzutreten, dessen die Kirche bedarf, und wozu sie berufen werden. Dieses Gelübde ist im levitischen Gesetz mit dem Friedens- oder Schlachtopfer des Rindes vorgebildet, bei welchem der Darbringer in den Genuß seiner Gabe gekommen ist. Heute ist dies in einem feierlichen eucharistischen Dienst enthalten, in welchem die Gelöbnisse durch die Brotbrechung geweiht und durch die hl. Kommunion, durch den Genuß des wahren Opfers, anschließend vollgültig werden.
Die Angebotenen, die nicht berufen werden, legen ebenso ihr Gelöbnis ab – jede Anbietung ist von hoher Bedeutung, da die Bereitschaft und Hingabe jedes Menschen dem Unterhalt des Glaubens, also des Altarfeuers dient. In beiden Fällen erfolgt somit auf eine geistliche Art und Weise das freiwillige Opfer. Dieser Opferdienst der Einzelnen aber gründet in der Hingabe Christi bis zu jenem Opfer, welches uns überhaupt erst befähigt, in seinen Dienst zu treten und mit Ihm Gott zu dienen.
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Stätte seiner Macht
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Altar ra
Er kann aus Holz, Stein oder Metall, aus edlen oder weniger edlen Stoffen sein – immer ist er aber mit dem Glauben derjenigen verbunden, die ihn aufgerichtet haben und die sich ihm nahen. Der Altar in der Kirche Gottes ist kein gewöhnlicher Tisch und nicht bloß ein Erbstück, dessen Erhalt wir aus Tradition und Identifikation pflegen – er ist der Ausdruck unserer Sehnsucht, Handelnde zu sein in der Begegnung mit Gott.
Zur unmittelbaren Schau Gottes ist der Mensch ohne Heiligung nicht fähig (Hebr. 12, 14) und selbst Mose war unfähig das Angesicht der HErrn zu schauen (Ex. 33, 20), denn niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. (Joh. 1, 14)
Durch die Teilhabe am allgemeinen Priestertum in der Taufe nahen wir uns in priesterlicher Weise dem Altar und legen in den sogenannten Brandopfern der Morgen-, Abend- und HErrentagsdienste das Sündenbekenntnis für uns und für das gesamte Volk Gottes ab und verbinden uns mit demjenigen, der allein fähig ist, vor Gott einen angenehmen Dienst zu vollziehen: mit unserem Hohenpriester Christus. In der heiligen Eucharistie nahen wir uns dem Altar von Westen kommend, hören die Worte des Zeugnisses der Apostel auf der Südseite ausgesprochen, um sodann das von der Nordseite ausgesprochene reinigende Wort des Evangeliums dessen zu hören, der sich selbst zur Speise gab und Garant der Einheit des Volkes vor Gott ist, um am Ende der heiligen Gottesfeier den Schlußsegen vom Engel, auf der Ostseite des Altares ausgesprochen, zu empfangen. Von vier Himmelsrichtungen erfahren wir das Christusgeheimnis, wie auch das Evangelium vierfach ist, um das eine Geheimnis der Aufnahme der Menschheit in Gott von vier Seiten zu betrachten. Somit ist der Altar schon seit Alters ein Zeichen für Christus, den Heiligen in unserer Mitte. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. (Hos. 11,9)
Daß aber die Stätte der Begegnung den Namen Gottes trägt, ist weder neu, noch schwärmerisch, noch heidnisch, sondern ganz in der Tradition des Alten Testamentes, denn laut jüdischer Tradition ist der Name „Stätte“ (hebr. Makom) einer der zehn Namen, mit welchen der Heilige verherrlicht wird. Schon der Engel, welcher dem Mose auf dem Berge erschien, war fähig den Namen des allerhöchsten zu tragen (Ex. 24,1), sollte da der Engel des Bundes nicht fähig sein die Menschennatur zu tragen?
In diesem Bewußtsein rufen wir in den heiligen Diensten der Liturgie: Gelobt sei die Herrlichkeit des HErrn von seiner Heiligen Stätte aus, (Hes. 3, 12) gelobt sei die Herrlickeit des HErrn aus seinem Heiligtum und gepriesen sei, der da kommt im Namen des HErrn.
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Charismenübung
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Das Werk der Geistbegabten in der Eucharistie lit. Rubrik
Die Ausspendung der heiligen Kommunion im HErrenmahl der eucharistischen Feier ist der Höhepunkt unseres Gottesdienstes, wo sich das Himmlische mit dem Irdischen, und das Hochheilige mit den Geweihten eint. Sie ist nicht eine bloße Speisung der Gläubigen, sondern der Ausdruck der Einheit von Leib und Blut Christi, in welcher die Union von Weinstock und Rebe, von dem HErrn Jesus und den Christgläubigen, sichtbar ist – in der Frucht von beiden, in der Sichtbarkeit des Heils.
Durchdrungen von seiner Gottheit und vollendeten Menschheit werden wir hierbei geistlich zur Vollkommenheit geformt. Bereits die Regeln im Musterwerk betrachten diesen Augenblick als Moment höchster Heiligkeit, in welchem die Geistesgaben ausbrechen und die erwachten Geistbegabten die Speise der Stärkung und Erbauung reichen sollen. Während der Sakramentsspendung war es erlaubt zu weissagen, was auch bei uns nach wie vor selbstverständlich ist. Wir empfinden die dadurch entstehenden Unterbrüche aber auch als einen gewissen Bruch der Andacht, wenn die Gläubigen auf ihren Knien ausharren und die Priester mit dem Leib und Blut Christi in ihren Händen stehen sollen. Deshalb schlagen wir vor, wie es manchmal bei uns üblich ist, nach der Austeilung der hl. Kommunion dem Werk aller Geistesgaben Raum zu schaffen.
Nach der Kommunion sollten die übrigen Gaben zusammengefaßt in den Gefäßen des Leibes und des Blutes Christi am Altar abgelegt werden. Alle übrigen Tücher, Abdeckungen, Gefäße, aber auch das Altarbuch sollen vom Altar weggebracht werden, damit alle sehen – wie es auch der alte Brauch ist, – daß alle genossen haben, und es blieb übrig. In dieser Anbetung der sakramentalen Gegenwart des HErrn sollte langsam Ruhe und Stille einkehren. Wenn sich der Liturg gesetzt hat, wäre in der Anwesenheit Jesu jene Zeit, die gefeierte Einheit mit ihm durch das Sichtbarwerden seiner Gnadengaben zu bekunden, sei es in der Weissagung der Laien, sei es in anderen angemessenen Äußerungen der Charismen. Selbst die spontane Handauflegung wäre statthaft, jedoch nicht an einer bestimmten räumlichen Stelle, sondern dort, wo der Geist will.
Wenn der Liturg seinen Assistenten das Zeichen gibt, die Restgaben zu konsumieren, oder selbst die Wochenkommunion zum Tabernakel trägt, soll das Lied nach der Kommunion angestimmt und die Feier bis zum Abschluß fortgesetzt werden. Sofern die Assistenten die heiligen Gefäße während des Liedes nicht gereinigt haben, decken sie sie zu und nehmen ihre Plätze ein, um nach der Feier alles versorgen zu können.
Dadurch sollte der Dienst der Ausübung der Geistesgaben nicht aufgehoben werden, sondern dem Geist die Gelegenheit geboten werden, vornehmlich spontan zu wirken, und beim Ausbruch der charismatischen Begabung, die sakramentale Gegenwart Christi stärkend zu vermitteln.
Und nicht zuletzt hat die Anbetung nach der Vereinigung in der heiligen Kommunion einen besonderen Wert, da sie die Einheit des Heiligen mit den Heiligen offensichtlich macht.
Aus den Verordnungen der 16. Hl. Ordnung
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Erscheinung der Engel ur
«Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, ihr alle seid Söhne des Höchsten.» Ps. 82, 6
Mit Gott in dessen heiligster Erscheinung (Theophania) eins zu sein, ist das Geheimnis der Engel (Malchim), das uns im Gotteslob, in der Erfahrung Gottes und der Sehnsucht nach der Gottesschau, im Bewusstsein der prophetischen Sendung (Charisma – entsprechend der 7fachen geistlichen Salbung), im Ratschluß der Gnade und im Gottesdienst in die göttliche Gemeinschaft (entsprechend dem 5fachen Gewand des hl. Siegels) versetzt. Der Vollkommene ist Er, unser HErr Christus, Emanuel, der Gottheit nach (kata ten theoteta) – d. h. im Wesentlichen – eins mit dem Vater. Der Geist des Vaters und der Geist des Sohnes – es sind keine zwei Geister, sondern der Eine, der Heilige Geist, welcher in diesem Geheimnis die Einheit ausmacht, so daß wir von dem einigen Gott (mone theou) – der wesenseinen Trinität (Dreiheit – Triade) – reden. Der Salbung seiner Menschheit nach (kata ten anthropoteta) steht Jesus als Christus in der Gemeinschaft* mit Gott – am Zionsberg erblicken wir Gott und das Lamm, unseren Vater und unseren Engel des Bundes – den Hirt und Bischof unserer Seelen, den wir sehnlichst sichtbar herbei wünschen. * Einheits- und Gemeinschaftsbegriff des Glaubens der Kirche – Trinitätslehre.
Kaum eine Sprache kann diesen Amtsbegriff fassen – Bote und Zeichen zugleich zu sein. Kann man im Begriff der „Friedenstaube“ den Zweig des Ölbaums von der Turteltaube trennen? Weder der Zweig noch die Taube sind für sich ein Friedenszeichen – sondern nur zusammen. Der Ölbaum, welcher des Saftes des göttlichen Wesens voll ist und vom Öl des göttlichen Geistes erfüllt ist – das ist unser HErr bereits im Augenblick seiner Empfängnis, und am Fleisch ist Er auch äußerlich gesalbt – am Jordan, in der Stunde der Belebung (Auferstehung) und bei seiner Wiederkunft (als König). So ist Er als der Bote und dessen Botschaft zugleich ein Zeichen (Engel des Friedens, d. h.) des Heils – unser Erlöser. Von Ihm kündet der Prophet – Seht, ich sende meinen Engel; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der HErr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HErr der Sabaot. (– der Heere, Sept. [hebräische Übersetzung des AT ins Griechische] kyrios pantokrator; Mal. 3, 1)
In das Geheimnis der Vollendung – in das Geheimnis des vorausgesandten Engels (als Boten und Botschaft zugleich) sind wir alle gerufen, wie Götter im Rat der Götter vergöttlicht zu stehen. 9 Chöre der Engel sind es, die wir im Engeldienst Jesu kennen. Uns alle eint das Haupt – unser Oberhaupt, und bildet die göttliche Gemeinschaft seines heiligen Leibes, den wir die Braut Christi und die Herausgerufene (ekklesia = Kirche) nennen.
Der erste Chor der Engel tritt biblisch zuallererst in den Cheruben der Herrlichkeit in Erscheinung, welchen ein Schwert aus Flammen (Gotteswort) in die Hände gegeben ist. In der paulinischen Aufzählung der Gabe unseres HErrn werden zwar fünf genannt – Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer, wohl entsprechend dem allgemeinen hl. Siegel der Amtsgnade, es sind jedoch vier, welche im Geheimnis des Amtes unseres HErrn (angelia) stehen. Hesekiel sah sie als die Träger des göttlichen Throns, und die Kirche bekennt im unteilbaren Zeugnis des Glaubens – im Menschenantlitz der Engelsgestalt die Fleischwerdung (des Wortes, d.h. des Evangeliums), im Löwenantlitz der Engelsgestalt die Herrschaft (Fürst und König von Juda), im Rinderantlitz der Engelsgestalt das vollkommene Opfer (unseres Heilands – des Hirten, welcher für seine Freunde den Tod erduldet) und im Adlerantlitz der Engelsgestalt den Propheten (der uns in die Himmel zieht/trägt) Jesus Christus zu sehen. So sind die Cherubim das vierfache Amt der Apostel, der Propheten, der Evangelisten und der Hirten, und jeder von ihnen hat Befugnis und Auftrag der Lehrer im Lehramt der Kirche. Ein Abbild des Apostelkollegiums in einer Ortskirche sind Presbyter (2. Amtsstufe des Priestertums Jesu), somit im vierfachen Amt als Älteste, Propheten, Evangelisten und Hirten zu verstehen.
Dem zweiten Chor der Engel gehören die Seraphim an. Als Engel in den Ortskirchen (Ortsbischöfe) werden sie mit dem Charisma Gottes des Vaters gesalbt, unseres obersten himmlischen Bischofs – wie die Seraphim der Heere dem Allherscher (pantokrator) – schwebend über dessen Thron – dienen.
Im dritten Chor der Engel stehen diejenigen, welche dem HErrn Jesu nachgebildet sind, der 2 Naturen, 2 Fähigkeiten und 2 Willen (Duothelematismus) nach, dem ersten als dessen anderes „Ich“ dienen – eins mit dem Hauptamt, dessen Gehilfen (Koadjutoren) sie sind, unabhängig vom Engelschor, welchem sie dienen.
Im vierten Chor erkennen wir die vom HErrn Starken – die Erzengel. Als die besondere HErrenpflanzung ragt die Krone ihres Amtes (Gerechte – wie Bäume gepflanzt) hoch in die Himmel, so daß sie den Schatten über den eigenen Garten hinaus – bis zu den Bäumen in den Gärten der Seraphim spenden. Sie sind wahrlich eine hochheilige Bildung unseres Engels des Bundes, welcher vor allem unser Bruder sein wollte. Nicht über, sondern mit den anderen Engeln Gottes dienen sie, zum Ruhm Jesu.
In der Mitte des Weiheleuchters des Tempels Gottes (Hanuka) steht der Diener (Diakonos), der im Gebetsdienst der Oktave nicht zählt, welcher jedoch durch das Geheimnis des achten Tages (HErrentag der Auferstehung) als der Träger des ganzen Leuchters von Uranbeginn gebildet ist – gezeugt vom Vater vor aller Zeit. Sein sichtbares Zeugnis sind die Patriarchen unseres Glaubens wie Abel und Noah, wie Abraham, Isaak und Jakob, wie Mose und Aaron – eine siebenfache Ordnung des Zeugnisses (Martyria), auf Jesu Dienst gegründet. Es sind die Archidiakone der Kirche mit dem Recht Gottes, die Patriarchen und Päpste zusammengefasst in der Knechtsgestalt Christi, als Diener der Diener Gottes, und als Chor der Engel gezeugt vom Vater zu seinem Ruhm. Ihre siebenfache Gabe der Katholizität, im Abbild der 7 Engel und Bischöfe jeder göttlichen Ratsversammlung, verzehnfacht sie zum Hohen Rat (Synedrium) der 70 im besonderen apostolischen Dienst (der 10 Jungfrauen – Ortskirchen).
Im sechsten Chor betrachten wir die Engelevangelisten, jene Engel, die der HErr zur Ernte vorausschickt – Gnade vor Recht zu mahnen und von Ihm, ihrem Aussender, Zeugnis abzulegen. „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ (Joh. 20, 21) – ist ihr Auftrag.
Im siebten Chor der Engel sind die Vornehmen Gottes, die Propheten. Nicht nur im zweifachen Zeugnis der Cherubim, auch im zweifachen Zeugnis der Engel und Erzengel stehen die Propheten nach der Weise unseres HErrn (der Gottheit und der Menschheit nach), weil ihre Aussendung mit der apostolischen im Zusammenhang steht – wie es in der Ursprache der Schrift heißt: „Schalach“ (exapostello – Mal. 3, 1).
Dem achten Chor gehören die Lieblinge Jesu an, welche den dienstbaren Geistern gleich, nicht aufgrund ihrer höheren Stellung, sondern wie Christus dienen – Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern Er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. (Phil. 2, 6-7) Wir nennen sie konsekrierte Älteste, Propheten, Evangelisten oder Hirten, denn sie dienen trotz ihrer höheren Weihe in der 2. Stufe des Priestertums. Ihnen sind all jene Diener Christi gleich, die sich ihrer Berufung bewußt sind, und den Weg der Unterordnung gehen, bis der HErr sagt – Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein. (Lk. 14, 10)
Im neunten Chor betrachten wir die „Brüder“ Jesu, welche die Propheten der bisher aufgezählten Engelschöre annehmen und den Prophetenlohn empfangen. Sie sind den Engeln gleich (isangeloi), die auf seinem heiligen Berge in dieser Würde stehen sollen.
Die 9 Chöre der Engel Gottes sind nicht nur Vorbild unseres Glaubens – umso mehr sollen sie die Wirklichkeit unseres geistlichen Lebens sein. Aus diesem Geheimnis heraus begeben wir uns vor jedem Hochfest des Kirchenjahres in das vorbereitende Gebet, in das neuntägige Gebet (Novene), in der Erwatung dessen, was wir vom Herzen glauben – unsere Augen mögen schauen, wenn Du in Herrlichkeit zurückkommst!
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Amtszeugnis
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Amtsgelöbnis der Engel Liturgie
In die dritte Stufe seines Amtes hat dich Jesus, unser HErr und der Engel des Bundes, der Hirt und Bischof unserer Seelen berufen, damit du wie ein Wegbereiter herausgehst und bezeugst – Er ist da und Er kommt. Daher frage ich dich – bist du bereit deine priesterliche Weihe zu vollenden und, wie Aaron mit Mose, mit mir und mit allen seinen Gesandten zu dienen, das heißt auch, mit Ihm, unserem König, dem Friedensfürst zu regieren, wenn Er aus dem Zelt der Himmel herauskommt, damit du durch seine heilige Gabe seines Geistes den Namen Gottes heiligst, wie du geweiht und geheiligt wirst? E. Ich bin bereit.
Gründest du deine Hoffnung auf dem gesetzlichen prophetischen Zeugnis, wie dies von den Juden und von der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche schriftgemäß oder biblisch bezeugt wird, daß Gott unser aller Vater und König ist, der sichtbar mit Erbarmen, Gnade und Barmherzigkeit die schlußendliche verheißene unendliche Herrschaft antreten wird? E. Das ist meine Hoffnung – ich gründe mich auf Jesus Christus, dem Sohn des lebendigen und einigen Gottes.
Bezeugst du, daß der in seiner Herrlichkeit kommende Christus das Lamm ist und der Erlöser, der die Sünden der Welt trug und sühnte, daß Er dadurch über allem als Herrscher gesetzt wurde, um alle Kreatur durch diese Unterwerfung der künftigen und unvergänglichen göttlichen Herrschaft fähig zu machen, und dich durch die höchste Gabe seines Vaters, durch den Göttlichen Geist antreibt, dem Himmelreich so zu dienen, damit du in der Engelversammlung mit Jesus bist und verbleibst? E. Ich bezeuge dies – so bin ich und will also verbleiben.
Der HErr fragt dich wiederum – liebst du Ihn mehr als alle, die ihr Leben lieben, um durch diese Liebe dein Leben für die Lieblinge und Geliebten Gottes des Vaters und Jesu Christi, seines Sohnes, und des Heiligen Geistes zu ordnen, damit alle erfahren, daß Gott die Liebe ist? E. Ich liebe den HErrn mit seiner Liebe und weihe feierlich mein Leben für seine Geliebten, wie der Hirt für alle Schafe.
Mit seinem Kuß verriet Iskariot seinen Meister und verlor sein Bischofsamt. Noch ehe der Hahn krähte, veleugnete dreimal ein anderer Jünger seinen HErrn, wurde jedoch durch das dreifache Liebesbekenntnis zur Säule und zur Stärkung seiner Brüder wiederhergestellt. Da du das höchste Liebesgelübde in unserer Gegenwart abgelegt hast, fordere ich dich nun auf, das Geheimnis der Seligkeit zu bekunden. E. Wer selig werden will, muß vor allem den katholischen Glauben halten. Dies ist der katholische Glaube – daß wir einen Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit anbeten; nicht vermischend die Personen, noch die Wesenheit trennend. Eine andere Person ist die des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Es ist eine Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes - gleich die Herrlichkeit, gleich ewig die Majestät; wie der Vater, so der Sohn, so der Heilige Geist. Unerschaffen der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der Heilige Geist. Unendlich der Vater, unendlich der Sohn, unendlich der Heilige Geist. Ewig der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger; so wie nicht drei Unerschaffene, nicht drei Unendliche, sondern ein Unerschaffener und ein Unendlicher. Genauso allmächtig ist der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist. Und doch sind nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger. So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott. Und doch sind nicht drei Götter, sondern ein Gott. So ist auch der Vater HErr, der Sohn HErr, der Heilige Geist HErr. Und doch sind nicht drei Herren, sondern nur ein HErr. Wie wir durch die christliche Wahrheit gezwungen sind, jede einzelne Person für sich Gott und HErr zu nennen, so verbietet uns der katholische Glaube zu sagen - es seien drei Götter oder Herren. Der Vater ist weder gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern gezeugt. Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohne, nicht gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt, sondern ausgehend. Es ist also ein Vater – nicht drei Väter; ein Sohn – nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist – nicht drei Heilige Geister. Und in dieser Dreiheit ist keiner vorher noch nachher, keiner größer noch kleiner. Sondern alle Drei sind in sich selbst gleich ewig und gleich groß, so daß in allem die Einheit in der Dreiheit, wie auch die Dreiheit in der Einheit anzubeten ist. Wer daher selig werden will, der halte von der Dreieinigkeit solchen Glauben. Zum ewigen Heil ist notwendig, daß jeder auch die Menschwerdung unseres HErrn Jesu Christi treulich glaube: – Das rechte Bekenntnis ist, daß wir glauben, daß unser HErr Jesus Christus, Gottes Sohn, Gott und Mensch ist. Gott ist er vom Wesen des Vaters seit Ur-Anbeginn her gezeugt, und Mensch ist er von der Wesenheit der Mutter in der Zeit geboren. Vollkommener Gott, und vollkommener Mensch, aus vernünftiger Seele und menschlichem Fleisch - gleich dem Vater der Gottheit nach, geringer denn der Vater der Menschheit nach. Obwohl er Gott ist und Mensch, sind doch nicht zwei, sondern ein Christus. Einer, nicht durch Verwandlung der Gottheit in Fleisch, sondern durch Annahme der Menschheit in Gott. Ja ganz einer, nicht durch die Vermengung der Wesenheiten, sondern durch die Einheit der Person. Wie die vernünftige Seele und das Fleisch ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch ein Christus; der gelitten hat zu unserem Heil, abgestiegen in das Totenreich, und am dritten Tag auferstanden ist von den Toten; aufgefahren in die Himmel, sitzt er zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, woher wird er wiederkommen, zu richten Lebende und Tote. Bei seiner Wiederkunft werden alle Menschen mit ihren Leibern auferstehen und von ihren Taten Rechenschaft ablegen; und die Gutes getan haben, werden eingehen in das ewige Leben; die aber Böses getan haben, in das ewige Feuer. Das ist der katholische Glaube – wer ihn fest und treu hält, der kann selig werden. A. Amen.
Der HErr vermehre in dir diesen Glauben und erbaue dich zu einem vollkommenen Engel und Bischof seiner Herrlichkeit. Daher frage ich dich: Bist du bereit, in dem heiligen Amt, das nach Gottes weisem Ratschluß durch die Auflegung der Apostelhände rechtmäßig verliehen und dir heute mit der Gnade des Heiligen Geistes übertragen wird, auf immer und beständig zu dienen? E. Ich bin bereit.
Gelobst du, das Evangelium Christi treu und unermüdlich zu verkünden und das apostolische Glaubensgut und ihre Anweisungen rein und unverkürzt weiterzugeben? E. Ich gelobe.
Gelobst du, beim Aufbau der Kirche, des Leibes Christi, und in der Gemeinschaft der Apostel und aller Engel Gottes, unter dem Hohenpriester Jesus Christus, stets die Einheit zu wahren? E. Ich gelobe.
Gelobst du Jesus und seiner Herrschaft Gehorsam? E. Ich gelobe.
Gelobst du Gott Treue beim Festhalten im Gebet, beim Brechen des Brotes, bei der Spendung der heiligen Sakramente und beim Vorstand und im Dienst seiner Heiligen? E. Ich gelobe.
Der allmächtige Gott, der dieses heilige Zeugnis in dein Herz gegeben hat, nehme dich an und segne dich. Er gieße auf dich herab die himmlischen Gaben seines göttlichen und lebendigmachenden Geistes, auf daß du dein Amtsgelübde zu seiner Ehre und zur Erbauung seiner Kirche ausführst. Er, der das gute Werk in dir begonnen hat, vollende es auch am herrlichen Tag Jesu Christi, damit Er dich dann wach und eifrig im Heiligen Amt findet. A. Amen.
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Das heilige Amt der Vollendung
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Das von Gott, dem Vater der Heiligkeit, erschaffene Amt ur
Allzu selbstverständlich wird angenommen, daß dort, wo äußerlich eine formgerechte Weihe ins Bischofs- und Engelamt gefeiert wurde, dieses besondere Amt unseres Hohenpriesters, des Hirten und Bischofs unserer Seelen, auch gespendet wurde. Zur gottgefälligen und gültigen Einsetzung in das höhere Amt der Kirche zählt wesentlich mehr, als ein Weiheritus!
1. Aufrichtung
Bevor unser himmlischer Vater seinen Sohn in unsere Welt entsandt hatte, bekundete er im Zeugnis des Heiligen Geistes durch die Propheten Israels, speziell durch den Propheten Jesaja in der Verheißung vom Gottesknecht (pais tou theou = Knabe Gottes), daß er die Gestalt seines Sohnes im Werk der Schöpfung vorgebildet, also erschaffen hat.
Deshalb wird seit Uranbeginn der Kirche, als das bischöfliche Amt vom Heiland eingesetzt wurde, von einer Amtskreation gesprochen. Bereits das Muster der Liturgie der Engelweihe beinhaltet die göttliche Lesung über die Berufung der Künstler zum heiligen Bau der Stiftshütte. Schatten-bildlich betrachten wir in der Aufrichtung des Zeltes des Heiligtums in der Wüste die göttliche Absicht, das Licht des himmlischen Heiligtums in der Gemeinschaft aller Getauften aufzurichten – in der Kirche eines wirksamen Gottes, unseres Vaters. Obwohl Moses typologisch (schattenbildlich) Christum vorschattete, der das Haus Gottes erbauen und herrlich (mit der Zierde der Geistesgaben) ausschmücken sollte, bedarf es zur Erbauung der Kirche Jesu, wie zum Bau des Wüstenheiligtums „künstlerisch“ Begabte. Ihre Gabe besteht nicht nur aus der Amtsgnade, sonst hätte Mose eigenhändig alle Einrichtungen hergestellt. Gott begnadete in seiner Vorsehung mit der Kunstbegabung andere, die am Bau beteiligt wurden, genau so wie wir einen Bischof im Amt des Hohenpriesters betrachten, sein konkretes Wirken jedoch in einer kollegialen Gemeinschaft des höheren Amtes begehren, wo es mehrere begnadete Engel und Bischöfe gibt, die durch die unterschiedlichen Begabungen den herrlichen Bau vervollkommnen. Um folglich ein heiliges Amt sakramental bezeugen zu können, bedarf es der göttlichen Stiftung einer jeden konkreten Begabung für die Erbauung des Leibes Christi. Dabei geht es nicht nur um das bischöfliche Amt selbst, sondern vor allem um den Amtsauftrag. Mit anderen Worten, zu einem Amt und Auftrag, welche nicht vorhanden sind, kann sich weder jemand gerufen fühlen noch dazu berufen werden.
Die hohe Amtsstufe an sich beinhaltet zwar einen biblisch bezeugten, allgemeinen Amtsauftrag – dieser genügt jedoch nicht, um eine heilige ordentliche Weihe zu feiern. Die altkirchliche Bezeichnung „Engelamt“ bezeugt die Einzigartigkeit jedes einzelnen, geweihten Trägers dieses Amtsauftrags, sowohl in der eigenen Stellung, als auch in der besonderen Sendung desselben, was mit dem konkreten Amtsauftrag zu verstehen ist. Wo folglich der Sendungsauftrag im Voraus unklar ist, kommt das heilige Weiheamt nicht zustande.
Die Besonderheit des bischöflichen Amtes, im Gegensatz zu anderen Amtsstufen, liegt gerade darin, daß jegliches Dienen und Amten der Kirche von der Rechtmäßigkeit des Episkopats abhängig ist. Um einen Diakon oder einen Priester ordinieren zu können, braucht es einen Bischof, welcher diese Ämter in Christo, dem HErrn, kraft seines besonderen Auftrags integriert, damit die unteren Dienste sich „nicht vergeblich mühen“ (siehe die Liturgie). Dabei ist es unerheblich, ob der bischöfliche Auftrag ortskirchlich, allgemeinkirchlich oder missionarisch ist – ohne den Auftrag Jesu im Bischofsamt gibt es weder Gemeinde (Kirche) noch irgendwelches Amt.
Dem bislang Gesagten widerspricht es nicht, wenn durch das Zeugnis Jesu, d.h. durch den Geist der Weissagung (od. der prophetischen betrachtenden Äußerung), eine neue Aufrichtung des bischöflichen Amtes konkretisiert werden möchte. Wo der Amtsauftrag im Heiligen Geist als göttliche Aussendung erkannt wird, oder wo bereits eine ernstzunehmende Amtstradition mit göttlichem Segen vorhanden ist oder war, dort kann sich jemand zum höheren Amt gerufen und aufgefordert fühlen.
2. Eignung
Die Empfindung des göttlichen Zurufs bildet keine Grundlage der Eignung zum Bischofsamt. Jene, die wahrhaftig einen Zuruf erfahren haben, bemühen sich, die niedrigsten Dienste in der Kirche zu ergreifen. Dort fallen sie als Bewährte auf, als solche, die sich in geringerer Stellung durch Ausdauer, Treue und Vorbildlichkeit bewähren. Solche lieben Gott durch ihre Nächsten, welchen sie aufrichtig dienen; ja, sie lieben die Mutter Kirche dort, wo sie sind – treu dem Glauben und ihrem Bekenntnis.
Die Eignung der Anwärter des Amtes der göttlichen Herrlichkeit offenbart sich in der Fähigkeit, die Kirche in ihrer göttlichen Einheit zu erkennen, auch dort, wo konfessionelle Schwächen das heilige christliche Zeugnis schmälern. Sie tragen in sich die Aufmerksamkeit, den Glauben auch beim Schwachen zu finden, und die Schwäche zur Kräftigung hinzuleiten. Auch wenn sie zu Vollkommenem nicht fähig sein mögen, soll ihr Vorsatz der Güte unseren gütigen Gott bekunden, indem sie mit ihrer Zurückhaltung vor Vorurteilen und Verurteilungen ihre eigene besondere Amtstauglichkeit bezeugen.
Zur Eignung zum höheren Amt, und um sich dafür anbieten zu können, gehört auch das Werk des Kostens oder „Vorkostens“ desselben – die Amtsanwärter werden von Gott auch so geführt, indem sie bei der Assistenz dem höheren Amt, oder, wo solches nicht vorhanden ist, selbständig daselbst schmecken, was eine besondere amtliche Verantwortung mit sich bringt und erfahren, inwieweit sie gewachsen sind, um vom höheren Amt nicht überfordert zu werden. Erst diese rein persönliche Erfahrung der anderen mit ihnen, oder der Anwärter mit sich selbst, läßt die Amtsberufung aus Gott konkreter werden. Wer dies nicht gekostet hat und von niemandem dazu bemerkt worden ist, soll sich zum höheren Amt nicht anbieten. Eine Anbietung Ungeeigneter für das höhere Amt ist kraftlos und weihehinderlich.
3. Anbietung zum höheren Amt
Wenn den Zugerufenen durch andere, die von dem heiligen Ruf derselben überzeugt sind, sowie von Weiteren oder einer dritten Person, welche prophetisch qualifiziert ist (ausgewiesener Prophet oder ein Angehöriger des höheren Amtes), namentlich das Amt zugesprochen wurde oder sie dazu berufen worden sind, kann hinterher erst dann von einer Berufung die Rede sein, wenn solche, die dem Weihedienst ordentlicherweise vorstehen können, die Berufung anerkennen. Ab diesem Zeitpunkt gelten die Berufenen als Kandidaten des höheren Amtes. In der Regel soll dies, wenn möglich, im vierfachen Amt geschehen.
Die Anerkennung einer Berufung ist jedoch kein kurzfristiges Ereignis. Denn viele sind berufen, sagt der HErr, wenige aber auserwählt. Somit geht einer Auserwählung die geeignete Unterweisung voraus. Es können nur solche Amtskandidaten erwählt werden, welche in der konkreten Belehrung zu unterscheiden vermögen, wann das Menschliche und wann das Göttliche die im Glauben Geisterfüllten erbaut, da sie nach ihrer Erwählung und Weihe nicht den einfachen Lehrern gleich unterweisen sollen, sondern so, wie der Geist Gottes es erwirkt.
Wenn die Qualifikation der Amtskandidaten erkennbar ist, und sie des höheren Amtes fähig und kraft der nachgewiesenen Berufung würdig sind, können dieselben zur Wahl vorgeschlagen werden. Ihre Kandidatur vertreten andere, nicht sie selbst – denn nicht jener ist empfohlen, der sich selbst empfiehlt (2. Kor. 10, 18).
4. Erwählung
Der konkreten Erwählung geht die endgültige Festlegung der Fähigkeit und Würdigkeit für das höhere Amt voraus. Diese Wahl ist der erste konkrete Schritt in der Entstehung (Genese) des höheren Amtes. Wenn dieselbe schriftlich beurkundet worden ist, gilt sie als unwiderruflich, es sei denn, die Zeugnisse der Eignung, oder der Berufung und der Fähigkeit und Würdigkeit wären durch absichtliche Irreführung verfälscht worden.
Die Wahlurkunde beruft sich auf die amtliche Aufrichtung, die göttliche Berufung, und enthält alle Daten, welche den Erwählten unzweideutig identifizieren. So Erwählte werden vor ihrer Weihe in einem besonderen Gottesdienst fürbittend Gott empfohlen und haben Anspruch, in absehbarer Zeit zur Weihe dargestellt zu werden. Ihnen steht die Bezeichnung der Erwählten zum konkreten höheren Amt (z. B. erwählter Engel oder Bischof) zu, und zu ihren Lebzeiten, ohne ausdrücklichen Amtsverzicht, auch das betreffende höhere Amt.
5. Zeugnis
Spätestens am Weihetag selbst, oder am Tag zuvor, soll nach dem Lobpreis Gottes der Prophet oder eine entsprechend qualifizierte Amtsperson mündlich bei dem rechtmäßig Weihenden die heilige Weihe beantragen. Dem Antrag müssen die Wahlurkunde durch die Vorlesung derselben, und die eventuellen Fähigkeits- und Würdigkeitszeugnisse hinzugefügt werden. Erst danach können die Darsteller die Aufforderung zur heiligen Weihe aussprechen.
Die Amtsentstehung (Amtsgenese) wird sodann durch das Amtszeugnis und Glaubensbekenntnis des Gewählten bekräftigt und durch die anschließenden Gelübde abgeschlossen. Zum Abschluß dieses wichtigen Aktes in der Entstehung eines konkreten und persönlichen Amtsauftrags folgt die Einkleidung (Investitur). Nicht nur das Darreichen der bischöflichen Gewänder, sondern die Gelübde selbst gelten als ein Akt der Einkleidung.
In der übereinstimmenden Überlieferung der gesamten Kirche Christi sind wir mitsamt dem Weihenden lediglich Zeugen des Werkes Gottes, unseres Heiligen Vaters, der allein die Menschen segnen und weihen kann – deshalb wird vielerorts, auch bei uns, der Friedensgruß samt dem Bruderkuß mit dem Wunsch erweitert: „Der HErr gedenke deiner in seinem Reich!“
6. Widmung
Die in den HErrn Jesus neugekleidete Person macht sodann den ersten Schritt im höheren Amt. Sie tritt zum Altar, um ein öffentliches Sündenbekenntnis abzulegen. Die Absolution wird nicht nur vom apostolisch befugten Weihenden ausgesprochen, sondern gar von allen Anwesenden im biblischen prophetischen Spruch oder Lied bezeugt (vergleichbar mit Würdigkeits- oder Axiosrufen in der kirchlichen Tradition). Das heilige Zeugnis der Engel umfaßt alle, welche an die Verheißung Jesu (Lk. 20, 36) vom heiligen, den Engeln gleichen Stand als Söhne Gottes glauben. Und sie alle werden im anschließenden Dienst mit göttlicher Lesung, Psalm und Gebet gemeinsam den Widmungsdienst, bei welchem sich der Erwählte durch das Niederfallen auch äußerlich hingibt, vollenden.
Noch vor dem Weihedienst wird mancherorts unmittelbar nach der Widmung, und manchmal gar öffentlich, eine Unterschrift unter das Zeugnis, das Gelöbnis und das Glaubensbekenntnis verlangt – als Unterpfand des Weihedienstes. Dieses Zeugnis unseres christlichen und heiligen Glaubens ist in der ganzen Kirche seit dem 1. Konzil von Nikäa üblich und selbstverständlich und gilt als Voraussetzung für jeden Weihedienst.
7. Heilige Weihe
Ohne im einzelnen hier den Weihedienst zu beschreiben, welcher auf der Grundlage der Verkündigung des Wortes Gottes (aus Evangelium und übrigen geistgewirkten biblischen Zeugnissen) und des Gebets geschieht, um Gott bei der heiligen Weihe im heiligen Zeugnis zu assistieren, sei zuvor vermerkt – zur Rechtmäßigkeit der Weihe darf keines der bisherigen Elemente fehlen, und doch stellt der Weihedienst immer noch keinen Abschluß der heiligen Weihe dar. Derselbe ist ein weiterer Schritt des heiligen Weiheamtes auf dem Vollendungsweg, um Christus in seiner vollendeten Getalt darzustellen! Wie die Vorbereitung auf die Stunde der heiligen Weihe, ebenso ist auch die Annahme (Ergreifung) der göttlichen Amtsgnade in der Amtseinführung ein Bestandteil der Wohlgefälligkeit und Rechtmäßigkeit dieses so grundlegenden höheren Amtes.
8. „Weiheoktav“
Aaron zog sich nach der Heiligen Salbung samt seinen Söhnen in den Dienst des Heiligtums der Stiftshütte zurück, um am 8. Tag mit dem herrlichem Weiheabschluß den göttlichen Segen zu erlangen; unser Hohenpriester Jesus Christus wurde, um uns fürbittend mit dem Weihrauch unserer Gebete beim Vater zu vertreten, in das wahre Heiligtum der Himmel bis zur Wiederkunft in der eigenen Herrlichkeit erhoben – ebenso werden die rechtmäßigen höheren Geistlichen in die Anbetung Gottes mit hohenpriesterlicher Fürbitte eingebunden. Während die römischkatholischen Geistlichen das Stundengebet privat verrichten, werden die anglikanischen Geistlichen zur täglichen Durchführung des Tageslobes (zum gemeinsamen Morgen- und Abendlob mit Gläubigen) unterwiesen; die Orientalischen und Orthodoxen zu besonderen Morgen-, Abend- und weiteren außereucharistischen Diensten verpflichtet. Ebenso werden die Geistlichen der Reformation (z.B. Luther, Zwingli und Calvin) zu Gottesdiensten ohne Abendmahl mit Psalmen, Lesungen und Gebeten zusätzlich zu Abendmahlsfeiern angewiesen. Sie alle erfüllen das, was bei uns selbstverständlich ist, bis zum Kommen Christi die obligatorische und beständige Anbetung Gottes zu halten. Dort, wo die Gebetspflicht weder vorhanden noch ausgeübt wird, besteht das heilige Amt nicht einmal im Ansatz.
9. Sendungsauftrag und Amtseinführung
Erst nach der Einbindung in die örtliche und konkrete Anbetung Gottes kann ein Ortsbischof seinen Bischofsstuhl, der Engel der Gemeinde seinen Thron und die anderen ihren eigenen Aussendungsauftrag übernehmen. Mit der besonderen Auftragsübertragung betrachten wir den amtlichen Weiheakt als abgeschlossen und den Geweihten im Ratschluß Gottes auf dem Vollendungsweg der Kirche Jesu eingebunden.
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Im Kreis der eigenen Brüder
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Gebetsapostolat ur
Die geringste amtliche Stellung im Dienst der Kirche Jesu, überall und unabhängig von jeglicher Konfession, ist das Apostolat des Gebets. Mit dem Begriff „Apostel“ verbinden manche eine hohe Macht und Stellung, gar die höchsten hierarchischen Ansprüche. Meistens sind es aber nur die Glaubensschwachen, welchen die Bedeutung des Gebets entgeht. Den anderen zu dienen, statt sie zu beherrschen, zeichnet nach dem Willen Jesu die hierarchische Stellung des Apostolats aus. Die Kraft des Gebets, welche sich dem Gläubigen in der Anbetung offenbart, macht den Stand des Gebetsapostolats so machtvoll. So ist es nicht verwunderlich, daß die apostolischen Personen, die sich dem Nächstendienst widmen und weihen, auch über ihre Konfessionsgrenzen hinweg erkennbar sind – so z. B. die kleine Kosovarin, Mutter Theresa, welche als Apostolin der Liebe wahrgenommen wurde.
Uns stellte Gott nicht in den Dienst „an der Frontlinie“, um das apostolische Zeugnis auf eine solche Art und Weise öffentlich abzulegen. Vor 2 Jahrhunderten legten 12 Männer, die am 14. Juli 1835 in London abgesondert wurden, ein Zeugnis für das heilige apostolische Amt ab. Sie betrachteten die apostolische Amtsgenese in den 3 Salbungen Davids, welcher zuerst im Kreis seiner Brüder königlich gesalbt wurde (1. Sam. 16, 13), sodann in Hebron zum Herrscher über den Stamm Juda (2. Sam. 2, 4) und zuletzt durch die Ältesten des ganzen Volkes zum König über Israel (2. Sam. 5, 3).
Die erste königliche und zugleich prophetische Salbung wurde als die Berufung, genauer als die Bezeichnung (Designierung) im apostolischen Amtsverständnis ausgelegt. Die königliche Würde ist entweder angeboren oder von Gott dem Bezeichneten in die Wiege gelegt – das letztere entsprach dem jungen Hirten David; somit bedeutet die Berufung im Sinn der heiligen Salbung keinesfalls eine Amtseinsetzung oder Weihe, sondern ein Zeugnis über die Amtsfähigkeit eines Bezeichneten, und in diesem Fall im Kreis der eigenen Brüder. Dieselben sind Zeugen und Zeugnis seiner Aussendung, wie die leiblichen Brüder Davids, welcher seine prophetische Königsmacht außerhalb seiner Familie nicht ausübte. Die geistliche Familie, welche eine apostolische Bezeichnung wahrgenommen hat, erkennt somit auch den Plan oder Ratschluß Gottes, nicht primär mit dem Bezeichneten, sondern mit dem Volk Gottes, und die göttliche Absicht, dasselbe zu heilen, zu stärken und zu segnen. Die Brüder Davids glaubten dem Propheten Samuel, auch wenn sie im eigenen Haus keinen Thronsaal errichtet und dem jungen König keine Krone auf das Haupt gesetzt hatten. Die Wahrnehmung der göttlichen Absicht leitet dazu an, Gott anzubeten und dem göttlichen Willen zu dienen. Deshalb ist der vornehmste Dienst im Gebet enthalten, vor allem in dessen Gestalt, dem vierfachen Weihrauch (der Bitten, des Gebets, der Fürbitte und der Danksagung) vor dem Angesicht des Höchsten und dem wahrnehmbaren Duft des Rauchopfers, was als die hohenpriesterliche Fürbitte unseres HErrn Jesus bezeichnet wird. Dieser Dienst hat überall in der Kirche einen Namen und heißt „Apostolat des Gebets“.
Die zweite königliche und zugleich fürstliche Salbung entspricht der Aussonderung eines bezeichneten Apostels in die Amtsausübung neben den anderen Fürsten des Volkes Gottes – auch an der Seite anderer Apostel. Wie der Fürst Judas David mit anderen Fürsten unter der königlichen Herrschaft Sauls wirkte, so diente der Apostel Paulus nach seiner Aussonderung (Apg. 13) neben dem Kollegium der 12 Apostel außerhalb seiner vormaligen Wohnstadt Antiochia. Zu diesem seinem apostolischen Dienst wurde er durch die Geistlichen der Ortskirche in Antiohia auf das Geheiß des Heiligen Geistes ausgesondert. Es war kein Weihedienst, auch wenn die Priester zuvor fasteten und Paulus und Barnabas unter Handauflegung und Gebet aussandten. Denn nicht durch diesen Aussonderungsakt betrachtete man das Apostolat des heiligen Paulus, sondern durch dessen Begegnug mit dem HErrn Christus (Apg. 9, 27-28).
Die dritte und volle königliche Salbung Davids entspricht der unmittelbaren apostolischen Aussendung durch den HErrn Jesus und somit in der Vollkraft des Evangeliums. Auch wir beten um die Erscheinung und Ankunft des HErrn, daß er seine Erwählten mit der vollen Kraft des Evangeliums ausstatte, und zur Vollendung und Heilung, zur Vervollkommnung und Vollendung, und zur schließlichen Vereingung und Begegnung mit Jesus in physischer Gottesschau beauftrage. Nur solche Apostel können dem Petrus und den übrigen 11 gleichgestellt anerkannt und wahrhaft apostolisch verstanden werden.
Als Saulus dem verherrlichten Jesus Christus begegnete, erfuhr er in der Erscheinung des HErrn keine Bevollmächtigung, noch wurde er in die Welt zur Predigt ausgesandt – der HErr schickte Paulus zu einem Diener der Kirche, zu einem Bischof, damit er durch den verordneten Weg der himmlischen Satzung im Glauben die Welt Gottes neu erblicke und in der heiligen Taufe der Gemeinschaft der heiligen Kirche einverleibt würde. Danach predigte Paulus als Diener (diakonos – s. Kol. 1, 25; Eph. 3, 7 u.ä.) der göttlichen Haushaltung. In diesem seinem Dienst, ausgehend von Jerusalem und Antiochia, gestaltete sich sein apostolisches Amt aus, wie wir es kennen.
Unsere Erfahrung des HErrn und der diakonale Dienst führte uns durch die Kirche Gottes hindurch. Sowohl unsere Begegnung mit den Nachfahren des herrlichen Werkes in England, wo uns keineswegs eine Art der katholisch-apostolischen Konfession verbunden hätte – da es eine solche nicht gibt –, sondern der gemeinsame Glaube und die Interkommunion mit den Anglikanern uns kirchlich und im Gespräch einigte, als auch unser von Gott, aufgrund des prophetischen Zeugnisses eines Bischofs, geforderte Dienst, in welchem wir die Liturgie rechtmäßig und ordentlich feierten, welche größtenteils dem „Book of Common Prayer“ entnommen und sowohl uns und unserem Glauben, als auch der Gewohnheit der KAG Gossliwil entsprach, führten uns dazu, aus dem Rahmen unserer Konfession in den Dienst aller Bekenntnisse zu treten.
Zweifelsohne ist der Dienst, den wir ausüben, bewußt in derselben Tradition gehalten, auch die pastorale Anpassungen, zu welchen uns auch der Geist anleitete. Würden wir die Liturgie der Kirche nach ihrer früheren Gestalt unverändert ausführen, wäre die Verbindung zu jener kirchlichen Gemeinschaft unterbrochen, aus welcher dieselbe entnommen wurde. Ein solcher Bruch würde sodann das Anliegen der katholisch-apostolischen Bewegung verfremden und sie als eine eigene Konfession erscheinen lassen.
Die Besonderheit der Anglikaner liegt gerade im „Comprehensiveness“, dem Zusammenhang (Umfang / Reichhaltigkeit) ihrer kirchlichen Institution, welche im ökumenischen Vorbild einen gangbaren gemeinsamen Weg der Christen mit hochkirchlicher, niederkirchlicher und sog. realistischer Gesinnung vorzeigt. Außer den Anglikanern haben lediglich die Römischkatholischen ein kirchenrechtliches ökumenisches Modell erstellt, indem sie das lateinische Kirchenrecht vom orientalischen Kirchenrecht unterscheiden, ohne die Vielfalt der Reichhaltigkeit der Amtstraditionen und Riten zu zerstören. So lange, trotz fast einem halben Jahrhundert der ökumenischen Bewegung, kein anderes erprobtes ökumenisches Modell existiert, in welchem nicht nur die Beschlüsse den Zusammenhang bilden, sondern eine dem katholischen Glauben angemessene Spiritualität Gemeinschaft bieten würde, werden wir den Glaubenshintergrund entsprechend dargestelltem Verständnis wahren.
Anstatt in dieser Zeit des Glaubensverfalls und der erneuten Verunreinigung der heiligen Kirche mit dem erhobenen Zeigefinger „an der Frontlinie“ des Glaubens zu ermahnen und zurechtzuweisen, berief uns der HErr zu einem mächtigeren Kampf in starker Waffenrüstung des Glaubens, zu einem beständigen und zurückhaltenden Gebet, welches Berge versetzt, die Hände der Glaubenskämpfer stärkt und die Heilung aller Christgläubigen, somit auch unsere eigene Gesundheit erbittet. Unser Gebetsapostolat bedarf der Dienste, in denen die Kraft des lebendigen Gottes erfahrbar ist.
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Ob wir nun hoch- oder niederkirchlich am Altar Gottes stehen und beten, drücken wir die Sehnsucht nach dem Heil der Kirche und nach unserer Genesung, nach der Leibeserlösung aus, wo es sodann weder geistliche Bewegungen, noch verschiedene Konfessionen geben soll, sondern nur die eine verherrlichte Kirche, und das Wort wahr wird – So will der HErr die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos. (Eph. 5, 27)
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