Geistliches Leben
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Quadragesima - Fastenzeit



Allmächtiger Gott, wir bitten – laß uns, geläutert durch diese heilige Gnadenzeit, mit reinem Herzen die zukünftigen Güter erlangen; durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern HErrn, der da lebt und herrscht mit Dir, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.

Gebet ab 2. Sonntag Quadragesimä

Der Sinn des HErrn

Es mag sein, dass einige in der Darbringung der Gaben des Hl. Abendmahls lediglich Zeichen sehen, mit welchen sie des Todes Jesu gedenken. Manche sehen darin nichts sakramentales oder gar hochheiliges. Für uns ist es das Allerheiligste, und das Zeichen des Feuers weckt uns zu einem Gottesdienst in ehrfürchtiger Scheu...

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Aschermittwoch

Es ist die älteste Fastenzeit der biblischen Kultur und soll im Frühjahrsfest der Befreiung münden – im Pessach, in der Heimsuchung des Höchsten. Zu den Besonderheiten in den Lesungen dieser Tage zählen: die Offenbarung des göttlichen Namens und der historische Auszug der Hebräer aus Ägypten in die Wüste. Auf der anderen Seite, nach außerbiblischen Zeugnissen, ist an diesem Tag unser HErr Jesus Christus zum Tode verurteilt worden – durch die Gerichtsbehörde des jüdischen Hohen Rates...

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Gnade der Gerechtigkeit

Gelobt seist Du, HErr, unser Gott ... Du großer, starker und ehrfurchterregender Gott. Du erfreust uns durch alle Deine Wohltaten, ermahnst die Lebenden mit Gnade; durch Deine Barmherzigkeit richtest Du auf die Gefallenen, heilst die Kranken, befreist die Gefesselten und bist treu in allen Deinen Verheißungen...

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Reminiscere

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Gedenke, o Gott, Deiner Gnade, die waltet von Anbeginn! Erlöse Dein Israel aus all seinen Nöten. (Ps. 25, 6a & 22)

Im Bilde des Auszugs Israels aus dem Sklavenhaus Ägyptens bewegt sich unser Glauben, Denken und Handeln am Quatemberwochenende des 2. Sonntags Quadragesimä. In gewissem Sinn wird der Sühnedienst der heiligen Nachtwache erst in der Osternacht abgeschlossen. Sowohl in allen nächsten Tagesdiensten, als auch in der Ostervigil, beschreiten wir Neuland – den ausgetrockneten Meeresgrund. Sinnbildlich ist dies jener Boden, welchen die Völker einem Meer gleich bedecken, und erst dann freigeben, wenn Gott sie zur Seite schiebt. In ihrer Teilung entsteht ein Pfad eines neuen Lebens, der Weg in das Land der Ruhe – Denn wir, die wir gläubig geworden sind, kommen in das Land der Ruhe, wie er gesagt hat: Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. Zwar waren die Werke seit der Erschaffung der Welt vollendet; denn vom siebten Tag heißt es an einer Stelle: Und Gott ruhte am siebten Tag aus von all seinen Werken; hier aber heißt es: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. (Hebr. 4, 3-5)

Die Teilung bedeutet in diesem Sinnbild keineswegs eine Unterscheidung zwischen dem Heiligen und Nichtheiligen. Es ist die Teilung zweier Haushaltungen – des 7. und des 8. Tages, der Haushaltung der leiblichen Erholung und der Haushaltung der geistlichen Ruhe. Die überlieferte Leseordnung ermahnt uns mit dem Hebräerbrief, den Exodus auf eine bestimmte Weise zu betrachten – Darum wollen wir beiseite lassen, was man zuerst von Christus verkünden muß, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Belehrung über die Abkehr von toten Werken, über den Glauben an Gott, über die Taufen, die Handauflegung, die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es will.
(Hebr. 6, 1-3)

Der trockengelegte Weg führt uns in der Feier des HErrentags in das Haus des lebendigen Gottes, in die himmlische Heimat. Es ist ein Zugang, welcher unter dem Völkermeer verborgen liegt, d.h. Augen zu haben, und das Werk Gottes nicht zu sehen – ebenso Ohren zu haben, und Gottes  Stimme nicht zu vernehmen. Durch die Erhebung der mosaischen prophetischen Hand (Sinnbild Jesu und seines Apostolates) wird der Pfad sichtbar, weil es ein Weg der Verheißung ist, und keinesfalls der Glaubensausübung. Zum Glauben gehört die Ruhe des Leibes (als Vorbild des Friedensreiches unseres himmlischen Königs – das Geheimnis des 7. Tages) – die Verheißung erfüllt sich jedoch in der labenden Erholung des Geistes im Himmlischen. Denn erdulden müssen wir alles, was wir nicht wollen – die Frucht der Falschheit aus der unehrlichen Verkündigung des Evangeliums in der Kirchenspaltung, die Verführung der selbsterwählten Menschensatzung als die Glaubenswillkür aus der weltlichen Weisheit und die dämonische Anfechtung. Uns erbaut aber der Sühnedienst unseres Hohenpriesters Jesu Christi, wovon die verordneten Tageslesungen Zeugnis ablegen (Hebr. 4, 14 bis Ende und das ganze 5. Kapitel) – und im Sinnbild des Auszugs wird uns auch der Sieg verkündigt: „Das Wasser kehrte zurück und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze Streitmacht des Pharao, die den Israeliten ins Meer nachgezogen war. Nicht ein einziger von ihnen blieb übrig. Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer gezogen, während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand. So rettete der HErr an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter. Israel sah die Ägypter tot am Strand liegen. Als Israel sah, daß der HErr mit mächtiger Hand an den Ägyptern gehandelt hatte, fürchtete das Volk den HErrn. Sie glaubten an den HErrn und an Mose, seinen Knecht.“
(Ex. 14, 28-31)

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