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Sei Du mein Fels, meine Fliehburg; um Deines Namens willen führe und leite mich Du. Ps. 31, 3b
Quinquagesimä oder Sonntag vor Quadragesima (40-Tage-Zeit) erinnert uns an die Erscheinung Jesu im brennenden Dornbusch
– Dort erschien ihm der Engel des HErrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. (Ex. 3, 2) Der bezeugte Engel des HErrn ist zugleich der Engel des Bundes, der als wahrer Gott und wahrer Mensch die unvereinbaren Naturen des Feuers und des Holzes eint, welche die göttliche und menschliche Natur in der heiligen Schrift bezeugen. Das Feuer brannte in Ihm, als Er in der Knechtsgestalt die Suche nach dem Verlorenen nicht aufgab, sondern sich entäußerte bis zur Bitterkeit der Verleumdung und des Verrats, bis zur Auslieferung in die Hände der Heiden. Diese trieben Hohn und Spott mit dem demütigen Gottesknecht, verurteilten Ihn im Schauprozess und unter der Inschrift „Jesus Nazarener, König der Juden“ kreuzigten sie Ihn. Und da erst loderte der Feuersturm des göttlichen Wesens, welches die Liebe ist, denn statt Rache rief der König der Juden in der Todesstunde über alle Beteiligten – vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Die vollkommene, sterbliche Natur knickte einem Ast gleich und starb zum Frieden, d.h. zum Heil aller. Es ist derselbe Engel, der bekundete – Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. (Ex. 3, 6)
Diese Botschaft (griechisch Angelia), welche im Morgendienst den göttlichen Namen anbetet und verkündigt, den Boten mit der Botschaft gleichsetzt (griechisch Angelos) und somit zugleich zu einem Zeichen macht – nicht nur zu einem Boten, der eine Botschaft überbringt (griechisch Angelies), ehrt der Abenddienst – Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein und uns rüsten mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. Denn Gott hat uns nicht für das Gericht seines Zorns bestimmt, sondern dafür, daß wir durch Jesus Christus, unseren HErrn, das Heil erlangen. Er ist für uns gestorben, damit wir vereint mit ihm leben, ob wir nun wachen oder schlafen. Darum tröstet und ermahnt einander, und einer richte den andern auf, wie ihr es schon tut. (1. Thes. 5, 8-11)
So leitet uns die Heilsabsicht Gottes den ganzen HErrentag an, das Göttliche und Unvergängliche in uns zu erspüren. Die Epistelworte sind der Liebeshymnus, ein Zeugnis dessen, was in uns göttlich und ewig ist. Nur die Liebe schafft es, das Prinzip Gnade vor Recht zu erfassen. So wird auch das „Esto mihi“ des Tages und der Woche klar, weil es jeder in seinem Innern spürt. Unser Gott leitet uns an und gibt uns das Vorbild der Liebe und des Liebeszeugnisses, wie im eucharistischen Evangelium verkündet wird – Jesus versammelte die Zwölf um sich und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird sich alles erfüllen, was bei den Propheten über den Menschensohn steht: Er wird den Heiden ausgeliefert, wird verspottet, mißhandelt und angespuckt werden, und man wird ihn geißeln und töten. Aber am dritten Tag wird er auferstehen. (Lk. 18, 31-33)
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