Geistliches Leben
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Pfingstkreis

O HErr, wir bitten Dich, gib Deinem Volk Gnade, daß es den Versuchungen der Welt, des Fleisches und des Teufels widerstehe, und mit reinem Herzen und Sinne Dir folge, dem alleinigen Gott; durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern HErrn, der da lebt und herrscht mit Dir, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.



Gebet vom 19. Sonntag nach Pfingsten

Gott ist da,
nah im Geist und im Glauben der Kirche erkennbar

So spricht der HErr: Gibt es denn keinen Gott in Israel?“ (2. Kön. 1, 6b ) Der Gottesfrage, der Frage nach Gott in unserem Lande, sollte man sich heute und konkret annehmen. Gott ist nicht in unerreichbarer Ferne, sondern da – ganz nah! Doch er will nicht mit den Geistern des Wissens und der Berater ersetzt werden. Vielmehr will er erkannt werden, wie wir im Psalm (63, 2) der Vigil zum 18. Sonntag nach Pfingsten bitten: „Meine Seele dürstet nach Dir, mein Gott.

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Das Leben – die Gottesmacht

Die Grundlage unsrer Hoffnung ist vor allem Gott! Nicht Worte und Vorstellungen, sondern er allein, der Erschienene – Er steht im Mittelpunkt unseres Glaubens. Daran erinnert uns in der Lesung vor der Eucharistie der allererste Vers: „Nachdem Salomo den Bau des Tempels und des königlichen Palastes vollendet und alle Pläne, die er auszuführen wünschte, verwirklicht hatte, erschien ihm der HErr zum zweitenmal, wie er ihm in Gibeon erschienen war.“ (1. Kön. 9, 1f )

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Aufbruch im Glauben

Die letzte Aufbruchswoche dieses Jahres betreten wir im Morgen- und HErrentagsdienst des 16. Sonntags nach Pfingsten mit dem Danklied Davids: „HErr, Du mein Fels, meine Burg, mein Retter...“ (2. Sam. 22, 2) Das ganze Kapitel ist wie ein Psalm über den Fels, wie der Psalmist Gott häufig anzureden pflegt. Auch wir betrachten in dem Gesalbten Gottes, dem Gesalbten unsres Glaubens, den Retter, durch welchen uns Gott betrachtet, und folgen an diesem Sonntag dem Ruf Davids: „Gott, Du unser Beschützer, schau auf das Angesicht Deines Gesalbten. Denn ein einziger Tag in den Höfen Deines Heiligtums ist besser als tausend andere.“ (Ps. 84, 10f )

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Gottes Fürsorge und Gebet

Gott anzurufen und eine Gebetserhörung zu erfahren, setzt grundsätzlich zweierlei voraus: 1. Das Bewusstsein, mit Gott verbündet zu sein; und 2. Ein Gebet, in welchem es nicht um die Erhörung geht, sondern um die Verehrung des Höchsten. Diese Gedanken fasst der Ruf für den 15. Sonntag nach Pfingsten zusammen: „Blicke hin, o HErr auf Deinen Bund und vergiß das Leben Deiner Armen nicht für immer. Erhebe Dich und führe Deine Sache. Vergiß nicht das Rufen derer, die Dich suchen.“ (aus Ps. 74)

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Liebesgebote – ein Ausdruck des göttlichen Wesens

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Die Liste der Gründe, weswegen Israel zerschlagen wurde, ist lang, wie uns die Lesungen des Morgen- und HErrentagsdienstes wissen lassen. Wenn man aber die Gebote zusammenfassen wollte, wogegen die Israeliten verstoßen haben, so ginge dies wohl am leichtesten mit den Worten, die auch Jesus im Evangelium des 19. Sonntags nach Pfingsten benutzt, als ihn die Pharisäer fragen, welches das wichtigste Gebot sei: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“ (Mt. 22, 34-46) Mit diesen beiden alttestamentlichen Geboten fasst Jesus all die vielen Gebote der Heiligen Schrift zusammen und teilt gleichzeitig nicht nur den Pharisäern, welche sehr buchstabengetreu die Thora befolgten, das rechte Maß und den Sinn aller Gebote mit.

Das rechte Glaubensleben und das rechte Handeln des Volkes und auch jedes einzelnen ist nach den Worten Jesu also etwas, was den Menschen nicht fremd ist, nicht etwas, wozu man nicht so einfach Zugang hat, sondern etwas was uns sehr nah ist. Ein Herz schlägt in eines jeden Brust. Mit den Liebesgeboten „steht und fällt also das ganze Gesetz“. Und diese göttliche Eigenschaft – manche bezeichnen die Liebe auch als das Wesen Gottes schlechthin – ist auch die Kraft und der Ansporn unseres HErrn Jesus Christus, der sich aus eben dieser Liebe und aus Gehorsam zu seinem himmlischen Vater aufgemacht hat, sein Volk zu heilen, wiederherzustellen, eins zu machen und heimzuführen. Diese Wiederherstellung und Einsmachung geschieht zuallererst in Christus selber.

Die Einheit seiner Person, die Verbindung von Gottheit und Menschen ist die Grundlage jeder Einheit, derer wir bedürfen, um heil und ganz zu werden. Derjenige der Anfang und Ende verbindet und von sich selbst behauptet: „bevor Abraham war, bin ich!“, er allein kann die Nachkommen Abrahams zu einem Volk vereinen. Diese Einheit ist bereits heute in Christus Wirklichkeit. Durch die Gemeinschaft mit Jesus Christus, in welche wir berufen worden sind, kann unser menschliches Handeln zu göttlichem werden, wie sich auch Gott in Christus als „menschlich“ erwiesen hat. Ein jegliches Streben aber, welches uns Gott in der uns geschenkten Freiheit billigt und geschenkt hat, wird schlussendlich auf den Weg und das Ziel desjenigen führen wollen, der denselben für uns bereits beschritten hat – von welchem schon David im Heiligen Geiste zeugte: „Der HErr sprach zu meinem HErrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde unter die Füße.

Mit seiner Erhöhung zur Rechten der Majestät Gottes nimmt Jesus also jenen Platz ein, über welchem es in den heiligen Schriften heißt, dass es nie an einem Nachkommen fehlen werde, der sich auf den Thron Israels setzt. Derjenige, der von Anfang an war und nun in der göttlichen Herrlichkeit thront, wird uns in der Gemeinschaft seines Volkes Israel auch vollkommen erlösen. Bei der endgültigen Offenbarung Jesu Christi werden einst auch all die Gnadengaben ihre Erfüllung finden, welche uns bis dahin trösten, stärken und erbauen, alle bis auf eine, die Liebe, welche uns so innig mit unserem Erlöser verbindet –
denn Gott ist die Liebe.

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