Geistliches Leben
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Advent


Heiliger Geist, wecke unsere Herzen auf, dem in Herrlichkeit kommenden Christus die Wege zu bereiten; so möge uns unser Dienst in dieser Welt dazu führen, daß wir Dir mit Freiheit und Hingabe dienen und aus Deiner Eingebung leben, der Du mit dem Vater und dem Sohne ein Gott bist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen.



Gebet vom 3. Sonntag im Advent

Der Verheißung glauben und sie verkünden

Auch wenn manche Mitchristen im Advent fasten, ist dieser Abschnitt des Kirchenjahres keine Zeit der Buße und Klage. Das Fasten ist eher ein Ausdruck der Gottesweihe – wir weihen uns Gott, weil wir uns nach ihm sehnen und sein Kommen erwarten. So ist das Nachsinnen über die Vollendung keine Angst vor der Offenbarung Gottes, sondern ein Gebet um die Erhörung und Gnade, um die Verheißung und Hilfe bei seinem Kommen in unsere Zeit. Deshalb rufen wir in der 2. Adventswoche: „Volk auf dem Berg Zion, du brauchst jetzt nicht mehr weinen. Der HErr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe rufst.
(Jes. 30, 19)

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1. Adventsonntag

Jesus Christus, welcher als das Licht der Welt uns sein Wort hinterlassen hat, welches die schärfste aller Waffen ist, hält uns am Anfang dieses Kirchenjahres, an diesem Neubeginn, zu einem Gebet an. Das Gebet im Advent und die Erwartung des erneuten Kommens Christi heiligen und reinigen uns und den mystischen Leib, die Kirche, in welcher und durch welche Christus erkannt werden möchte!

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Adventfeier

Der Tau der Himmel ist der Gerechte, den die Wolken herabregnen sollen, der Geist des Lebens, Jesus Christus, damit derselbe hervorblühe in der Auferstehung jener Entschlafenen, die seit der Grundlegung der Welt für die sichtbare Gemeinschaft mit Gott berufen sind. Wie das Weizenkorn durch den Tod die Ähren zur Ernte hervorbringt, genauso sollen wir die Gotteserkenntnis in der Verwandlung zur Unsterblichkeit hin erleben, um die mächtige leibliche Erscheinung Jesu zu begleiten – die Hochzeit der Vollendeten und die Vermählung der Unsterblichen, Er, unser HErr, mit uns, seiner Braut, damit wir als seine Familie am Tag seiner göttlichen Offenbarung vor aller Augen von Ihm bezeugt werden: „Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.“ (Mt. 12, 49)

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Freut euch im HErrn!

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Freut euch im HErrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der HErr ist nahe.“ (Phil. 4,4-5) Von der lateinischen Fassung dieses herrlichen Introitusrufes hat der 3. Adventsonntag, der Gaudete-Sonntag, seinen Namen bekommen. Dieser Ruf will Mut machen, Trost spenden und Freude vermitteln – eine zweifache Freude, weshalb der Apostel auch schreibt: „Freut euch im HErrn! … Noch einmal sage ich: Freut euch!

Jeder Mensch freut sich über ein liebes Wort, über ein Wort der Aufrichtung, des Trostes oder der Hoffnung. Selbst Heilige, von welchen man meinen sollte, sie hätten in ihrer Erkenntnis einen solchen großen Einblick in die Geheimnisse Gottes, dass sie durch dieselben in ihrem Glauben so gestärkt und gefestigt sind, dass sie keine Stärkung und Hilfe von außen mehr brauchen, können ohne solche Worte auf Dauer wohl nicht bestehen.

Auf den ersten Blick wirkt es fast schon befremdlich, dass Johannes der Täufer, wie uns das Evangelium des Sonntags (Mt. 11, 2-10) berichtet, seine Jünger vom Gefängnis aus, in welchem er sitzt, zu Jesus schickt, um ihn zu fragen, ob er derjenige sei, der kommen soll! Es war doch eben dieser Johannes, der Sohn des levitischen Priesters Zacharias, welcher Jesus selbst im Jordan getauft hat und bezeugte: „Er ist der Sohn Gottes!“ (Joh. 1, 34) Vielleicht ist dies ein Ausdruck der Spannung zwischen der Messiaserwartung des Volkes Israel, seinen Verheißungen und Heilserwartungen und dem Aufeinandertreffen mit einem handelnden Gott, welcher die Menschen immer wieder dadurch überrascht, dass er Wege geht, die uns Menschen bisher nicht ersichtlich waren. Johannes, über welchen Jesus sagt, er sei derjenige, von welchem die Schrift sagt, „er soll den Weg für mich bahnen“, den Weg des Erlösers und Befreiers, sitzt im Gefängnis und hofft auf ein befreiendes, tröstendes Wort des HErrn.

Das ausgesprochene Wort Gottes ist wirklich eine Kraft, die uns bewegen kann. In dieser Zeit des Advents will es unseren geistlichen Blick auf die vielfältige Ankunft Christi lenken. Der Aufruf zur Freude kann uns bewegen, wenn wir darin unsere Verbundenheit mit Christus erkennen, denn der Apostel schreibt „Freut euch im Herrn! Durch die Taufe sind wir wirklich in Christus. Wir sind zu Gliedern seines mystischen Leibes geworden und dürfen teilhaben an den vielfachen Gnadengaben seines Reiches. Die heilige Taufe ist wirklich der Zugang zu dem Weg, auf welchem sich die menschliche Sehnsucht erfüllen kann – zu Gott zu gelangen. Dieser Weg ist Jesus, welcher von sich selbst sagt „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich!“ (Joh. 14, 6)

Der Aufruf zur Freude macht uns aber auch Hoffnung, denn wir Christen, welche in Jesus, dem Messias sind und seine beiden Naturen erkennen, die göttliche und die menschliche, erwarten auch die nahe Ankunft unseres Erlösers in Herrlichkeit, wie die unterschiedlichsten Liturgien der Kirche verkündigen. Es ist die Hoffnung, dass die Einheit zwischen Gott und Mensch, welche in Jesus Christus Wirklichkeit wurde, auch in und an uns Wirklichkeit wird, in jenem Augenblick, wenn die Kirche Jesu mit ihrem Haupt in seiner Wiederkunft vereint werden wird. Bis zu jenem Augenblick aber, soll das Haus Gottes von treuen Dienern verwaltet werden, wie Paulus in der Sonntagsepistel schreibt, (1. Kor. 4, 1-5) von Haushaltern, der Geheimnisse Gottes, durch welche die Kirche gereinigt und geheiligt und auferbaut werden soll, bis zu eben jenem Tag, an welchem wir vom Glauben zum schauen gelangen werden, und unsere Freude vollkommen sein wird, weil die Kirche Gott schauen wird, so wie er ist.

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