Geistliches Leben
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Pfingstfest



O Gott, der Du bist das Leben der Gläubigen, die Herrlichkeit der Demütigen und Niedrigen, und die Seligkeit der Gerechten; erhöre gnädig die Gebete Deiner demütigen Diener, und verleihe, daß unsere Seelen, die nach Deinen Verheißungen dürsten, allezeit aus Deiner Fülle getränkt werden, durch Christum Jesum, unsern HErrn. Amen.

HErr Jesu Christe, der Du zu dieser Zeit den Heiligen Geist auf Deine Jünger gesandt hast, damit er bei Deiner Kirche immerdar bleibe; verleihe Deinem Volk, daß sie die Antwort auf jenes Gebet empfangen, welches Du für sie dargebracht hast, und gieße beständig den Reichtum Deines Segens und Deines Friedens auf alle, welchen Du gegeben hast, an Deinen Namen zu glauben, der Du lebst und herrschst mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott in Ewigkeit. Amen.



Gebete der Pfingstwoche

Besprengung

Gott will uns Menschen nicht dem Tod überlassen, sondern Er will uns neu machen, fähig für die Ewigkeit, würdig für die Vollendung. Hierzu kam Er selbst in diese Welt, hat das Leben gebracht und den Tod überwunden. An diesem neuen Leben der Auferstehung schenkt Er uns Anteil durch Seinen Heiligen Geist.

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Herrlich aufgefahren – Christus, der König

Auch die Apostel zweifelten (Mt. 28, 17) beim Anblick des auferstandenen Heilands, um so mehr auch wir, wenn uns unsere Unfähigkeit plagt: Was können wir ohne Jesus schaffen? Sein Trost, der verheißene Heilige Geist erbaut uns – ja fähig macht er uns, auch Göttliches zu erwirken...

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Das morgige Brot gib uns heute...

Mit dem 4. Sonntag nach Ostern machen wir einen entscheidenden Schritt dem Tag der Auffahrt entgegen, dem Gedächtnis der Himmelfahrt des HErrn. Kraft der verheißenen Segnungen aus der ganzen Bibel, vor allem aus dem hohenpriesterlichen Gebet Jesu Christi (Joh. 17), richten wir uns dahin, „wo wahre Freude zu finden ist“, wenn Christus erneut von der Frucht des Weinstocks mit uns trinken wird.

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Die Haushaltung Gottes

Die Satzungen und Vorschriften der Bibel werden kraft der Erfahrung und Gottesschau verständlich. Dieselben sind keineswegs da, um die Verbündeten Gottes zu beherrschen, sondern der Herrschaft der Gläubigen zu dienen – die göttliche Weisung zeigt eine Haushaltung an, damit wir das Heilige erfassen und unterscheiden vom Nicht-Heiligen.

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Der HErr ist unser Licht und unser Heil

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Bereits am Ostertag verkündete ein heller Blitz die Botschaft – „Der HErr ist wahrhaftig auferstanden!

Seine Herrlichkeit ist unser Licht im neuen Leben, im Neuen Bund und in den neuen Ostern. Das Neue ist hierbei nicht der Gesprächsstoff, sondern eher das, was wir Glauben nennen, nämlich ein Anliegen des Herzens. Deshalb hallt der Ruf des Pfingsttages nach: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. – Halleluja.

Was wir in unseren Herzen tragen, ist meistens fast unaussprechlich. Leichter ist es, das eigene Leben danach auszurichten – vorausgesetzt, wir haben uns dem Licht des himmlischen Reiches geöffnet: „Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des HErrn geht leuchtend auf über dir.“ (Jes. 60, 1).

Zum Unaussprechlichen unserer Herzen gehören sowohl die Stimme des Gewissens, wie auch die Urängste aller Menschen – Ungewissheit, Unsicherheit und Einsamkeit. Doch selbst das Licht unseres Glaubens will uns nicht unserer Menschlichkeit berauben, weshalb Prophet fortsetzt: „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der HErr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ In seinem auferstandenen Leib zeigte sich Jesus nur im Kreis seiner Jünger, um ihnen das Licht des neuen Lebens zu bringen, der Erlösung. Dieselbe ist immer noch ein Teil unseres Glaubens, die Verheißung der leiblichen Erlösung, folglich unsere Hoffnung. Gott gebührt Ruhm und Anbetung, so besteht unsere Gegenwart nicht darin, dass Er uns in allen Lebenslagen dient, sondern wir selber in der Wirklichkeit dieser Welt und unserer Mitmenschen leben. Zwar meinen einige, Gott müsse dem Menschen dienen, indem er Leid und Unglück zurückhält, und dem Gläubigen jeden einzelnen Wunsch erfüllt. In der gegenwärtigen Haushaltung unterliegt die sichtbare materielle Welt der Obhut aller Völker und Menschen. Das Weltliche oder Profane sah den Auferstandenen nicht. Heute verbergen Ihn die Himmel, bis er sich und die mit Ihm im Neuen Bund Verbündeten vor aller Augen offenbart , in seiner Erscheinung und der Erfüllung der Liebeserlösung.

Und doch sind wir keineswegs der menschlichen Ohnmacht überlassen. Der in unsere Herzen ausgegossene Heilige Geist macht sich, wenn wir wollen, in den Gaben und Fähigkeiten Jesu Christi bemerkbar, zu dessen geheimnisvollen Leib wir in der Taufe gestaltet und verbunden wurden. Die österliche Haushaltung zeigte unseren Erlöser in den verborgenen Erscheinungen ebenso, wie wir in unseren gottesdienstlichen Versammlungen uns gegenseitig wahrnehmen, jeder mit seiner geistlichen und göttlichen Fähigkeiten: einige dienen im Amt und Auftrag, andere offenbaren das Geheime in der Gabe der Prophetie, wiederum andere legen ihre Hände auf zur Hilfe und Heilung, jeder so, wie ihm das Licht Gottes zuteil wurde – in der Erkenntnis Gottes und der Gabe Jesu. Die Charismen sind nur dann echt, wenn wir sie als Teil des Leibes Christi verstehen.

Andere menschliche Gaben sind jedoch ebenso eine göttliche Gabe, ein Geschenk unseres Bildners, unseres Schöpfers und Vaters. Damit ist jeder Mensch fähig, das Licht der Entstehung in Wissenschaft und Kunst auszudrücken. Die Vielfalt der schöpferischen Fähigkeiten stellt uns jene noch größere Vielfalt der Gaben des Reiches der Himmel vor Augen, aus welchen bis auf uns das Öl der königlichen Salbung Jesu Christi herabtröpfelte. Der in den Himmeln verborgene König schenkte uns die Gaben seines Reiches, als er am 50. Tag nach seiner Auferstehung in den lichten Feuerzungen seinen Geist der Heiligkeit herabsandte. Bereits durch Mose gebot Gott, nach dem Pessach die Tage zu zählen, bis zum 50. Tag. So ist es mit den Verheißungen – sie erfüllen sich zur sogenannten rechten Zeit, wenn es dem göttlichen Ratschluß und Absicht entspricht. Deshalb stehen alle Gaben aus dem Pfingstereignis im Dienst der Stärkung unseres Glaubens, bis der Blitz – das Licht der Rückkehr der Herrlichkeit Gottes wahrgenommen wird – in der Neuschöpfung und im Hochfest unseres Glaubens, welches wir zur Zeit gläubig begehen.

30. 05. 2020

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