Geistliches Leben
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Pfingstkreis


Wir bitten Dich, o HErr, laß Deine Gnade uns stets vorangehen und nachfolgen, damit wir allezeit darauf bedacht seien, in guten Werken weislich zu wandeln; durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unseren HErrn, der da lebt und herrscht mit Dir, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.



Gebet vom 18. Sonntag nach Pfingsten

Das Leben – die Gottesmacht

Die Grundlage unsrer Hoffnung ist vor allem Gott! Nicht Worte und Vorstellungen, sondern er allein, der Erschienene – Er steht im Mittelpunkt unseres Glaubens. Daran erinnert uns in der Lesung vor der Eucharistie der allererste Vers: „Nachdem Salomo den Bau des Tempels und des königlichen Palastes vollendet und alle Pläne, die er auszuführen wünschte, verwirklicht hatte, erschien ihm der HErr zum zweitenmal, wie er ihm in Gibeon erschienen war.“ (1. Kön. 9, 1f )

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Aufbruch im Glauben

Die letzte Aufbruchswoche dieses Jahres betreten wir im Morgen- und HErrentagsdienst des 16. Sonntags nach Pfingsten mit dem Danklied Davids: „HErr, Du mein Fels, meine Burg, mein Retter...“ (2. Sam. 22, 2) Das ganze Kapitel ist wie ein Psalm über den Fels, wie der Psalmist Gott häufig anzureden pflegt. Auch wir betrachten in dem Gesalbten Gottes, dem Gesalbten unsres Glaubens, den Retter, durch welchen uns Gott betrachtet, und folgen an diesem Sonntag dem Ruf Davids: „Gott, Du unser Beschützer, schau auf das Angesicht Deines Gesalbten. Denn ein einziger Tag in den Höfen Deines Heiligtums ist besser als tausend andere.“ (Ps. 84, 10f )

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Gottes Fürsorge und Gebet

Gott anzurufen und eine Gebetserhörung zu erfahren, setzt grundsätzlich zweierlei voraus: 1. Das Bewusstsein, mit Gott verbündet zu sein; und 2. Ein Gebet, in welchem es nicht um die Erhörung geht, sondern um die Verehrung des Höchsten. Diese Gedanken fasst der Ruf für den 15. Sonntag nach Pfingsten zusammen: „Blicke hin, o HErr auf Deinen Bund und vergiß das Leben Deiner Armen nicht für immer. Erhebe Dich und führe Deine Sache. Vergiß nicht das Rufen derer, die Dich suchen.“ (aus Ps. 74)

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Verheißung: Schauen oder glauben?

Vielleicht nicht am Sonntag, aber doch in der Arbeitswoche mag es vorkommen, dass uns die Kraft schwindet – wie im Alter, obwohl doch unser ganzes Leben jederzeit mit einer Hoffnung durchsetzt ist: wir erwarten etwas in unserem Leben, wie der Gläubige Christ seinen HErrn. Darüber sinnen wir diese Woche nach und rufen für diesen HErrentag und die Woche: „Meine Hilfe und mein Retter bist Du, HErr – säume nicht.“ (Ps. 40, 18b)

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Gott ist da,
nah im Geist und im Glauben der Kirche erkennbar

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Es befremdet uns nicht, wenn man die Frage hört, ob es Gott gibt. Dass auch Gott die Gottesfrage stellt, verwundert aber doch. Der König von Samarien wollte einen anderen Gott befragen als den, auf dessen Land er herrschte. Als ob es keine Propheten und Ämter in seinem Lande gäbe, suchte dieser König von auswärts Rat und Beistand. „So spricht der HErr: Gibt es denn keinen Gott in Israel?“ (2. Kön. 1, 6b ) Die Besonderheit dieser Frage liegt ja darin, dass sich jener zu Wort meldet, der in dem Land erschien und wirkte, und dessen Worte der Prophet Elija, wie auch die weiteren Prophetenschulen verkündeten.

Heute sind die Propheten, welche Gottes Gegenwart verkündigen eher rar und selten. Man hat vergessen, was Propheten sind – gewiss nicht Wahrsager, welche die Zukunft gegen ein Taschengeld verkünden. Vielmehr sind es die Ämter, welche kraft ihrer Einsetzung und Aussendung wirken. Wie schwierig das auch früher war, zeigt uns die Epistel des 18. HErrentags nach Pfingsten, in welcher der Apostel die Gemeinde zur Einheit einschwört: „Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.“ (Eph. 4, 3-5)

Heute erleben wir unterschiedlich Getaufte, welche ihren eigenen, meist rein menschlich produzierten Lehren anhängen. Die Einheit des Leibes Christi, der heiligen Mutter Kirche, und die Einheit in der Verkündigung Gottes als ein Geist mit dem Verkündeten und untereinander sind einer fast unversöhnlicher Vielfalt gewichen. Eher erleben wir Feststellungen, wer und wie schnell in die Hölle gelangt. Manchen wird dabei ein bibeltreues, anderen ein vom Kirchenrecht fast unfehlbares Urteil gesprochen.

Nicht nur zwischen unterschiedlichen Religionen, sondern selbst unter uns Christen herrscht Unfriede. Zwar wird von einem „Ökumenismus“ gesprochen, von einer Annäherung unter den Christen, andererseits werden die Taufen, die einst auf schwacher theologischer Grundlage anerkannt waren, einander aberkannt. Nicht in den Jordan, sondern in den Tod Christi sind wir eingetaucht, um Gott anzugehören, ihn zu erkennen und zu lieben. Die gut-erklärende Menschenlehre von einer Bekehrungstaufe und von einer lediglich rudimentären Taufformel widerspricht der eigentlichen, apostolischen Lehre von der heiligen Taufe. Nur dort kann man von einer Taufe sprechen, wo dieselbe tatsächlich aus einer Anbetung Gottes entsteht, als das Werk des Geistes. Eingetaucht in den Tod unseres Erlösers, leben die Getauften wie Jesus, der Sieger über dem Tod, der Welt und dem Satan, als Auferstandene.

In diesem neuen Leben betrachten wir Gott in Wort und in der Gemeinschaft und brauchen – im Gegensatz zum König von Samarien – niemanden zu senden, „um Beelzebul, den Gott von Ekron, zu befragen, als gäbe es in Israel keinen Gott, dessen Wort man einholen könnte.“ (2. Kön. 1, 16)

Diese Woche bewegt uns keineswegs nur ein Glaubensbekenntnis, sondern vielmehr die Betrachtung der Vollendung. Wir erwarten ja nach dem vollendeten Sakrament der Taufe auch die Vollendung des Sakramentes des Neuen Bundes – das Hochzeitsmahl des Lammes. Deshalb ist an diesem Sonntag im heiligen Evangelium Jesu davon die Rede: „Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müßtest den untersten Platz einnehmen.“ (Lk. 14, 8f ) Der HErr spricht ganz sicher keine Sitzordnung bei seinem Hochzeitsmahl an; auch um die besonders Vornehmen geht es ihm nicht.

Es ist nämlich nicht der eine Glaube und das eine Glaubensbekenntnis wertvoller als das andere, wenn es auf Menschenlehren fußt. Weder die hochkirchlichen Mitchristen noch die sog. niederkirchlichen sind so oder andersrum, oben und unten, an die vorderen oder hinteren Sitze zu setzen, weil ihre Konfession besonders zu bewerten sei – nein, allein jene, welche Gotteswerke vollbracht haben, werden bevorzugt, nämlich die Demütigen und Bescheidenen, welche mit den Trauernden nicht nur getrauert, sondern sie auch getröstet haben. Neben dem Bräutigam sollen auch jene sitzen, welche die Kranken nicht nur besucht, sondern auch geheilt haben – auch jene, welche ihr Leben für andere gewidmet und Gott dahingegeben haben, um die Toten, welche die Toten begraben, zum Leben zu wecken, ja zum ewigen Leben. So schließt die Botschaft des Evangeliums (Lk. 14, 11) mit dem klaren Wort ab: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

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