Geistliches Leben
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Passion - Leiden Christi



Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, siehe gnädig auf Deine Kirche, für welche unser HErr Jesus Christus willig Verrat und Überantwortung in die Hände der Bösen – und den Tod am Kreuz erduldet hat; Du bist unser Herrscher, so ziehe an die Macht und herrsche, o Vater, um der Verdienste Jesu Christi willen, Deines Sohnes, unseres HErrn, welcher mit Dir, o Vater, lebt und herrscht, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.

Wochengebet der Karwoche

Das Heiligtum ist bereit

Der HErr sprach zu Mose: Am ersten Tag des ersten Monats sollst du die Wohnstätte des Offenbarungszeltes aufstellen.“ (Ex. 40, 1f) Der erste Tag der Passionszeit erinnert uns an das Neujahr des Heiligtums in der Wüste – neuerstellt und neugeweiht war das Bundeszelt bereitet, um den geweihten Hohenpriester zu empfangen, der im irdischen Dienst den himmlischen Segen vermitteln soll. Auch wir, als lebendige Steine des Heiligtums Gottes, haben in Buße unsere Häupter gesalbt, um der Einsetzung unseres Hohenpriesters beizuwohnen. Denn durch Leid und Tod vollendete er unsere Weihe, damit wir ebenso seines Priestertums fähig werden, wie seiner Priestersalbung – eines neuen und unzerstörbaren Lebens.

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Würde des Volkes Gottes

Die Segnungen, welche aus den Leiden Christi allen Menschen zugute kommen, bezeugen eine Würde, welche für die Glaubenden gilt – die Würde der Gotteskinder! Nur, im Volk Gottes ist dieselbe gar nicht so neu. Die biblischen Zeugnisse gehen bis auf zweitausend Jahre vor Christus zurück...

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Palmsonntag – Einzug des Königs in Jerusalem

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Am ersten Wochentag betrachten wir immer auch den Tag der Vollendung mit, den wir als den achten Wochentag bezeichnen. Folglich deutet der erste Tag der Karwoche den Tag der Auferstehung Christi an. Unaufgefordert und von sich aus, ganz spontan, bejubelten die Bewohner Jerusalems den kommenden HErrn in Jesus Christus und jauchzten dem König mit Hosanna den Lobpreis seines Namens. Sie schlossen sich auch dem Jubel aller himmlischen Wesen an und sahen, wie sich die Ankündigung des Propheten Sacharja (9, 9) wortwörtlich erfüllte: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.

Was alle beim Einzug Jesu in Jerusalem vernahmen, gewann erst am Tag seiner Auferstehung volle Bedeutung. Abgeschirmt von allen, erschien Christus im Abendmahlssaal auf dem Zionsberg vor seinen Aposteln und erfüllte ebenso wortwörtlich die Ankündigung (Jes. 24, 23) des anderen Propheten: „Der HErr Sabaot ist König auf dem Berg Zion und in Jerusalem, er offenbart seinen Ältesten seine strahlende Pracht.“ Das neue und unzerstörbare Leben strahlte prachtvoll die Herrlichkeit Gottes aus, die Offenbarung des Höchsten erreichte die Ältesten der Kirche – von Angesicht zu Angesicht. Beide Ereignisse des ersten und des achten Tages der Karwoche umzäunen das höchste Geheimnis unseres Glaubens, den Bund Gottes für und mit allen Menschen.

Während am Palmsonntag im Lobpreis über den Sohn Davids die sichtbare Vollendung des alten Bundes offenbar wurde, die Wiederkunft des Königtums Davids und Salomos, um sodann in die wahrnehmbare Verwerfung des Königs Israels zu münden, den abschließenden Höhepunkt des Alten Bundes, erkannten die Gläubigen in ihren Herzen durch die verborgene Erscheinung des Auferstandenen, dass sie – geistlich mit Christo begraben – in demselben Geist, welcher belebt und aufrichtet, eines neuen Lebens teilhaftig wurden. Sein Tod weckte bereits die Heiligen (Mt. 27, 50-52) des Alten Bundes in ihren Gräbern auf – Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich. Die Gräber öffneten sich, und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Von diesem Ereignis spricht keine Chronik, kein Historiker vermag es zu belegen. Nur wer es den Zeugen abnimmt und vom Heiligen Geist in der Taufe mit dem Glauben begabt wird, kann redlich und von Herzen die Herrlichkeit Gottes so bezeugen: Jesus Christus ist der HErr.

Das Gedächtnis all dieser Ereignisse ist uns heilig und bedeutungsvoll und einer angemessener Feier wert und würdig. Doch neben dem reinen Gedächtnis gibt es auch noch eine weitere Bedeutung. Die beiden grundlegenden Sakramente verbinden uns auch mit einer bestimmten Zukunft. Das HErrenmahl vom Gründonnerstag gilt für uns als Hochzeitsmahl der Vollendung, und dies solange, bis Christus mit uns erneut von der Frucht des Weinstocks kosten wird. Alle Geschehnisse der Karwoche deuten die künftigen Ereignisse an, das Reich Gottes in einer offenkundigen Wahrnehmung, wenn das Recht des Königs von Zion im ganzen All in Kraft gesetzt wird, zum Frieden und Glück aller, die sich danach sehnen. Diese Welt ist unfähig, den Frieden zu vermitteln, weil sie denselben so lange nicht empfangen kann, bis der Sohn Gottes in seiner Herrlichkeit erscheint, nicht nur den Seinen, sondern vor den Augen aller, seien es die Sterblichen oder die Ewigen.

Durch die Karwoche werden wir nun wiederum lernen, worauf es ankommt: friedfertig zu sein, um auch jenes Friedens wert zu sein, dessen Licht das Wesen Gottes ist, nämlich die Liebe und Treue für die Ewigkeit. Es mag sein, dass uns die Vorgehensweise Gottes fremd und manchmal schwer nachvollziehbar erscheint. Nur die Nachfolger Christi sind wirklich bereit, sich aus Liebe zu Gott und zu ihren Mitmenschen hinzugeben und mit Gott das Werk des Heils zu tragen, nämlich jenen Sinn, welcher in Jesus sichtbar werden soll. Und das Wort Jesu im Abenddienst dieses Tages fasst es am besten zusammen: „Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mt. 16, 23c-24)

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